Traditions-Sägewerk

Insolvenzantrag: Schaffer Holz will weiterkämpfen

Steiermark
31.08.2026 11:36
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Die steirische Traditionsfirma Schaffer Holz mit Sitz in Eppenstein (Bezirk Murtal) hat am Montag am Landesgericht Leoben Insolvenz angemeldet. Das 1914 gegründete und in vierter Generation familiengeführte Säge- und Holzverarbeitungsunternehmen ist schwer überschuldet.

Bereits Ende Juli informierte das Unternehmen von sich aus über den geplanten Schritt, einen Monat später ist es nun amtlich: Wie KSV 1870, AKV und der Verband Creditreform informierten, stehen Aktiva in der Höhe von 4,5 Millionen Euro Passiva von 29,3 Millionen gegenüber. Rund 100 Gläubiger und 69 Dienstnehmer sind betroffen.

Antrag auf Sanierung mit Eigenverwaltung
Die Schaffer Sägewerk-Holzexport GmbH verarbeitet im Schnitt rund 100.000 Festmeter Holz im Jahr und ist im Holzhandel und Holzexport tätig. Nun wurde ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung eingebracht. Das Unternehmen soll fortgeführt werden, den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Technische Verzögerungen bei neuer Produktionsanlage
Als Gründe für die Insolvenz führt Schaffer Holz den Kauf einer neuen Produktionsanlage an, die wegen technischer Probleme nur verzögert hochgefahren werden konnte. Dadurch war auch die Produktion vorübergehend eingeschränkt. Auch wenn die meisten der Probleme inzwischen beseitigt wurden, habe das zu Reklamationen von Kunden geführt. Wegen des Vertrauensverlustes hätten einige wichtige Geschäftspartner die Zusammenarbeit beendet.

Zusätzlich sei die Marktlage in den Kerngeschäftsfeldern seit geraumer Zeit angespannt und das Preisniveau für Rundholz trotz Absatzproblemen nachhaltig hoch geblieben. Auch globale Krisen wie der Iran-Krieg hätten sich negativ auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt. Als die Verbindlichkeiten immer weiter anstiegen, stellte die finanzierende Bank sämtliche Kredite fällig.

Aus zwei Schichten wird eine, Investor gesucht
Das Unternehmen kündigte „weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen“ an. In einem ersten Schritt soll wegen der Marktlage der Zweischichtbetrieb vorübergehend auf eine Schicht umgestellt werden. Gesucht werde aber auch ein Investor.

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