



So geht’s auch: An die Pension denkt die topmotiverte Johanna Stiefelbauer noch lange nicht. Warum die Servicekraft aus Niederösterreich so tickt, wie sie tickt.
Mit der Verleihung der fünften Haube durch Gault Millau hat das Landhaus Bacher in Mautern im Bezirk Krems endgültig den gastronomischen Olymp erreicht. Doch das Restaurant hat auch auf anderer Ebene etwas Einzigartiges aufzuweisen. Johanna Stiefelbauer arbeitet dort seit unglaublichen 45 Jahren ohne Unterbrechung – seit ihrem 15. Lebensjahr!
Unmittelbar nach dem Abschluss der Pflichtschule begann sie dort eine Lehre als Koch und Kellner. „Essen und Trinken habe ich schon damals sehr gerne gehabt“, begründet sie heute ihre Berufswahl. Und nach einem Vorstellungsgespräch im Landhaus Bacher, das damals erst vor Kurzem von Lisl Wagner-Bacher und ihrem Gatten Klaus übernommen worden war und noch keine Haube hatte, war der Entschluss klar: „Hier fange ich an!“




Erst spät ins Service gewechselt
Praktisch die ersten dreieinhalb Jahre ihrer Lehrzeit verbrachte Johanna in der Küche, im letzten halben Jahr musste sie dann auch ins Service, was ihr anfangs gar nicht recht war. Da hatte das Landhaus Bacher auch bereits die erste Haube bekommen, und die junge Kellnerin merkte, dass es in ihrem Lehrbetrieb „andere Gäste“ als in so manchen anderen Lokalen gab.
Nach 45 Jahren und in einer Zeit, wo die Gastronomie über einen Mangel an Arbeitskräften klagt, ist die Jubilarin noch immer glücklich mit und in ihrem Beruf. „Ich würde diesen Berufsweg wieder einschlagen“, meint sie bestimmt.
Wenn die Work-Life Balance so wichtig ist, dass niemand mehr in der Gastronomie arbeiten will, dann kann sich auch niemand in einem Restaurant verwöhnen lassen.
Kellnerin Johanna Stiefelbauer sieht es pragmatisch.
Wochenend- und Nachtarbeit stören sie nicht. „Wenn die Work-Life-Balance so wichtig ist, dass niemand mehr in der Gastronomie arbeiten will, dann kann sich auch niemand am Wochenende in einem Restaurant verwöhnen lassen“, meint Stiefelbauer. Zufrieden sei sie, wenn ihre Gäste sagen, dass es ein schöner Abend im Restaurant war und sie sich wohlgefühlt haben.
An die Pension denkt Johanna Stiefelbauer derzeit noch nicht: Sie kann sich das noch gar nicht vorstellen, denn der Kontakt zu den Gästen „ist Lebensinhalt“.
Ihre Chefin Susanne Dorfer-Bacher hebt die unglaubliche Loyalität von Johanna Stiefelbauer hervor: „Sie kennt die Gäste und ihre Wünsche, das ist unbezahlbar!“ Und diese Tatsache betont auch Küchenchef Thomas Dorfer: „Das ist für die Gäste etwas ganz Besonderes!“ Und nur nebenbei erwähnt: Selbstverständlich begrüßt Johanna Stiefelbauer sehr viele Gäste per Namen.
Hannes Ramharter
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