Ausverkauf?

Constantia will AMAG-Mehrheit

Oberösterreich
15.02.2006 17:52
Schon heute Abend könnte in der AMAG in Ranshofen alles anders sein. Denn heute führt der verkaufswillige 40-Prozent-Eigentümer Klaus Hammerer nach inoffiziellen Angaben erste Gespräche mit der Constantia, die ebenfalls 40 Prozent hält. Die Aufregung um die 20 Prozent der Mitarbeiter wäre dann Schnee von gestern.

In einer Urabstimmung gaben 93, 4 Prozent der Belegschaft dem Betriebsrat am Montag das Mandat, an den Verkaufsverhandlungen teilzunehmen. Bereits am Dienstag gab es ein Gespräch mit Hammerer, bei dem dieser die Vertreter der Belegschaft und der Mitarbeiter-Stiftung allerdings vertröstete: „Wir haben erfahren, dass es noch in dieser Woche Verhandlungen mit den Kaufinteressenten geben wird. Dann werden wir weiterreden“, so Gewerkschafter Walter Schopf, der neben Hammerer und AK-Präsident Johann Kalliauer einer der drei Gründer der Mitarbeiterstiftung und wie Kalilauer strikt gegen den Verkauf der Anteile ist. Nur Hammerer wäre dafür.

Die Frage könnte sich allerdings gar nicht mehr stellen. Dienstag Vormittag sickerte durch, dass die Constantia ihr Vorkaufsrecht an Hammerers Anteilen wahrnehmen will. Inoffizieller Verhandlungstermin: heute, Mittwoch.

Als 80-Prozent-Eigentümer bräuchte die Constantia die Mitarbeiter-Anteile nicht zur Mehrheit. Im Gegenteil, glaubt SP-Chef Erich Haider: „Sie hat Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit der Belegschaft und schätzt die Motivation durch die Mitarbeiterbeteiligung.“

Haiders Freude über die sich abzeichnende „österreichische Lösung“ sieht LH Josef Pühringer skeptisch: „Man sollte keine politischen Wünsche äußern, das verfälscht die Verhandlungspositionen.“

 

 

 

Foto: Chris Koller

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