Da springt der Funk(e) nicht über: Nachbarn in einer Siedlung in Brunn am Gebirge in Niederösterreich, kämpfen gegen einen 42 Meter hohen Sendeturm, der mitten in ihrem Wohngebiet errichtet werden soll. Der Bürgermeister rudert nun zurück – neue Gutachten werden eingeholt.
In einer idyllischen Einfamilienhaussiedlung in Brunn am Gebirge, Bezirk Mödling, sorgt seit Längerem ein geplanter, 42 Meter hoher Funkmast für Unruhe in der Nachbarschaft. Denn Betreiber Alexander Biringer möchte in seinem Garten ebendiesen Mast errichten.
„Der Mast hat nichts mit klassischem Mobilfunk zu tun, sondern solle über Richtfunk Internetverbindungen und die Vernetzung von Firmen sowie Gemeinde-Einrichtungen ermöglichen“, erklärt der IT-Spezialist. Zudem soll die Anlage über Notstrom verfügen und damit im Blackoutfall zur Vernetzung kritischer Infrastruktur beitragen. Davon würde auch die Bevölkerung in Brunn profitieren.
Anrainer haben Angst und wehren sich dagegen
Doch die unmittelbare Nachbarschaft ist so gar nicht darüber „amused“ und hat mit einer Unterschriftenaktion bereits erfolgreich Einspruch erhoben. Sie befürchten eine massive Entwertung ihrer Grundstücke.
Außerdem würde der Mast die umliegenden Einfamilienhäuser deutlich überragen. Eine eigens dafür gegründete Bürgerinitiative verweist auf die mögliche Gefahr des gebrauchten, aus Einzelteilen zusammengesetzten Mast sowie mögliche Eis- und Brandgefahren. „Wir haben ausreichend Gewerbegebiet rund um Brunn. Wieso kann er ihn nicht dort aufstellen?“, fragt sich eine Anrainerin, die zwei Häuser weiter wohnt.
Betreiber kämpft weiter um den Standort
Biringer betont, dass für das Projekt bereits zahlreiche Gutachten vorliegen und alle Vorgaben streng eingehalten worden sind. Er habe dafür bereits einen mittleren fünfstelligen Betrag investiert und wolle das Projekt daher trotz des Widerstands weiter verfolgen. „Aufgeben ist für mich keine Option“, so Biringer.
Es werden Dinge behauptet, die nicht den Tatsachen entsprechen. Mittels Falschmeldungen wird versucht, die Leute zu verunsichern. Das grenzt an Rufschädigung.
Projektbetreiber Alexander Biringer
Die Kritik bezeichnet er teilweise als Rufschädigung. Denn auch der unmittelbare Nachbar, der von ihm im Vorfeld über das Projekt unterrichtet wurde, habe dafür schriftlich seine Zustimmung erteilt. „Sonst hätte ich damit erst gar nicht damit begonnen“, so Biringer.
„Biringer hat seinen Nachbarn schlichtweg überrumpelt und ihm von einem Mast in Höhe von ,nur’ 15 bis 20 Meter erzählt“, sagen jedoch die Nachbarn.
Neue Gutachten werden eingeholt
Bürgermeister Andreas Linhart, der bereits grünes Licht für die Errichtung des Mastes gegeben hatte, erklärt, dass das Verfahren nun zur Einholung notwendiger Ergänzungen an die Baubehörde erster Instanz zurückverwiesen wurde. Zu einem möglichen Ortsbildgutachten macht er wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben. Und: „Für einen Blackout sei Brunn auch ohne diesen Mast ausreichend gerüstet.“
Die Bürgerinitiative sammelt indes weiter Unterschriften, um das Projekt weiterhin zu bekämpfen.
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