Eine unfassbare Maschine startete im Tiwag-Kraftwerk Imst-Haiming im Tiroler Oberland. Zwei Jahre lang wird sie sich zehn Kilometer durch das Gestein fressen.
Es war eine etwas andere Feier, die „Andrehfeier“ in Haiming. Unterirdisch im Berg versammelten sich rund 200 gut gelaunte Menschen auf Einladung der Tiwag – in der Kaverne des zukünftigen Krafthauses des neuesten Projektes „Innstufe Imst-Haiming“. Angedreht wurde dabei niemandem etwas, vielmehr fing ein Kopf an, sich zu drehen.
Es war der Bohrkopf der in ihrer Dimension unfassbaren Tunnelbohrmaschine. Schüler der Volksschule Haiming haben ihr den Namen „Haimo“ gegeben.
Es ist ein Projekt der großen Partnerschaften, damit meine ich auch die Bevölkerung.

Tiwag-Vorstandsdirektor Alexander Speckle
Bild: Johanna Birbaumer
Gewicht von rund 2000 Tonnen
Ausgehend von einer riesigen, in den Berg geschlagenen Halle (Kaverne) in Haiming wird sich das Ungetüm mit einem Bohrkopfdurchmesser von 8,2 Metern, einer Gesamtlänge von mehr als 200 Metern und einem Gewicht von rund 2000 Tonnen auf Schienen zehn Kilometer durch das Gestein in Richtung Imst fressen. „Das wird rund zwei Jahre dauern“, erläutert Projektleiter Martin Pfennig. In den vergangenen drei Monaten wurde sie zusammengebaut.
Ziel ist der Anschluss an das Krafthaus Imster Au. Dessen Wasser – von Prutz kommend – wird durch diesen neuen Stollen fließen und in Haiming zum zweiten Mal elektrischen Strom produzieren.
252 Millionen Kilowattstunden erneuerbarer Strom
„Es ist ein Projekt der großen Partnerschaften, damit meine ich auch die Bevölkerung“, so Tiwag-Vorstandsdirektor Alexander Speckle in seiner Festrede, in der er auch ein Team aus China, dem Produktionsland der Bohrmaschine, begrüßte.
Rund 680 Millionen Euro wird das Energieunternehmen in Summe in das Ausleitungskraftwerk investieren. Nach der geplanten Inbetriebnahme voraussichtlich im Jahr 2030 wird die Innstufe Imst-Haiming jährlich rund 252 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom erzeugen.
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