Österreichs Eishockey-Frauen starten am Donnerstag (17 Uhr) in Bardejov gegen Gastgeber Slowakei ins Vier-Nationen-Turnier, zugleich die Generalprobe für die A-WM im November in Dänemark. Das Match steht im Schatten des Disputs zwischen Verantwortlichen im Verband ÖEHV und Spielerinnen. Die meiste Kritik richtet sich gegen General Manager Martin Kogler – dieser reagierte gegenüber der „Krone“ auf die Vorwürfe.
Österreichs Team-Spielerinnen hatten vergangenes Wochenende in der „Krone“ auf die fehlende Gleichbehandlung aufmerksam gemacht, vermissen seitens der Verantwortlichen im Österreichischen Eishockeyverband (ÖEHV) auch den nötigen Respekt: „Es hat sich gezeigt, dass jene Leute, die in der Verantwortung stehen, der Aufgabe nicht gewachsen sind“, übte Theresa Schafzahl, die als eine von sieben Spielerinnen wegen der seit Jahren herrschenden Benachteiligung für das Camp in der Slowakei absagte, scharfe Kritik. Insgesamt fehlen im Team Austria in Bardejov elf Cracks.
Forderungen präzisiert
Schafzahl wünscht sich, dass sich „die Politik mehr einbringt, sie hat die Macht, Druck auszuüben.“ ÖEHV-Vizepräsident Nicolas Stockhammer kündigte im ORF eine Lösung an, „die alle mitnehmen wird. Wir gehen davon aus, dass sie alle derzeitigen Problemlagen beseitigen wird.“ Schafzahl, Anna Meixner, Antonia Matzka, Selma Luggin und Co. machen die WM-Teilnahme von verbindlichen, schriftlichen Zusagen und personellen Konsequenzen im Verband abhängig.
Die größte Unzufriedenheit gibt es mit General Manager Martin Kogler: Er betreibe – so der Tenor – eine One Man Show, sei nicht bereit Kompetenzen abzugeben. Er habe es 2024 verabsäumt, fristgerecht für die „Dream Teams Förderung“ des Sportministeriums – sie unterstützt Frauen-Klubs in den höchsten Spielklassen – anzusuchen. Dem ÖEHV entgingen so rund 160.000 Euro, für die der Verband am Ende zu einem großen Teil selbst aufkam.
Auch rund um das Länderspiel im vergangen Jänner gegen Japan in Innsbruck gab es Versäumnisse – Zuständige vor Ort wussten nicht einmal, dass ein Spiel stattfindet, die Suche nach freien Kabinen für beide Teams gestaltete sich folglich schwierig.
Kogler reagiert auf Vorwürfe
Kogler weist gegenüber der „Krone“ den Vorwurf der „One Man Show“ von sich: „Unter meiner Führung als General Manager für Frauen- und Para-Eishockey befinden sich fünf Nationalteams. Jedes Nationalteam davon hat einen eigenen Team Manager, dazu insgesamt zusätzlich über 50 Personen im Coaching- und Betreuungsteam. Von einer „One Man Show“ zu sprechen, wäre also weit überzogen.“
Kogler gesteht aber auch ein: „Dass dabei auch einzelne Fehler passiert sind, weise ich nicht von mir. Wir arbeiten dennoch kontinuierlich daran, unsere Abläufe zu verbessern.“ Er bedauert die verpasste Förderung: „Es stimmt, hier wurde bedauerlicherweise eine Deadline versäumt – dabei handelt es sich um einen einmaligen Fehler. Er wurde intern rasch aufgearbeitet. „Seitdem werden sämtliche Förderansuchen gemeinsam mit der Finanzabteilung des Verbands verlässlich betreut.“
Teamchef weiter an Bord
Das besagte Länderspiel gegen Japan in Innsbruck sei laut Kogler mit allen Details zeitgerecht fixiert und den Hallen-Verantwortlichen vor Ort entsprechend kommuniziert worden: „Warum deren Mitarbeiter nichts davon wussten, kann ich nicht beantworten.“
Nicht beim Camp in der Slowakei dabei ist Teamchef Alexander Bröms: „Der Teamchef konnte aufgrund eines familiären Schicksalsschlags nicht am Start des Lehrgangs teilnehmen, wollte aber unbedingt so schnell wie möglich nachkommen. Nachdem sich diese Situation leider sogar noch verschlechtert hat, steht fest, dass er den gesamten Lehrgang verpassen und von den Assistant Coaches Sarah Hodges und Mario Bellina vertreten wird“, verlautbarte der Verband. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, Bröms würde als Folge des Aufschreis der Spielerinnen gar nicht mehr zum Team kommen: „Das stimmt nicht“, hieß es in der Stellungnahme des ÖEHV.
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