"Schlimme Anomalie"
UNO will Staatenlosigkeit bis 2024 abschaffen
"Alle zehn Minuten wird irgendwo in der Welt ein staatenloses Kind geboren", sagte UNHCR-Hochkommissar Antonio Guterres in Genf. "Diese Menschen existieren nicht, sie haben keine Rechte, führen keine legale Existenz."
Trotz einer 1961 unterzeichneten internationalen Konvention zur Abschaffung der Staatenlosigkeit besteht das Problem auch 53 Jahre später noch. Für die Betroffenen bedeute dies oftmals "ein Leben ohne Bildung, Gesundheitsversorgung und reguläre Arbeit, ein Leben ohne Bewegungsfreiheit, Hoffnung und Zukunftsperspektive", schrieben Guterres und 20 Prominente in einem gemeinsam unterzeichneten Brief. Im Ergebnis bedeute dies, dass die Klassifizierung eines Individuums als staatenlos "unmenschlich" sei. Unterzeichnet wurde der Brief unter anderen vom südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und der Schauspielerin Angelina Jolie.
Albert Einstein verzichtete freiwillig auf Staatsbürgerschaft
Ein Beispiel für - in diesem Fall allerdings selbst gewählte - Staatenlosigkeit bietet das Leben des Physikers Albert Einstein, der 1896 auf seine deutsche Staatsbürgerschaft verzichtete und erst 1901 in der Schweiz eingebürgert wurde.
Heute betrifft das Problem besonders viele Menschen in Myanmar, wo mehr als eine Million Rohingya-Muslime keine Aussicht auf die myanmarische Staatsbürgerschaft haben. Viele Staatenlose leben auch in Litauen, wo es sich um russischstämmige Zuzöglinge handelt, sowie in der Dominikanischen Republik, die für 200.000 Menschen aus Haiti zur Ersatzheimat geworden ist.
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