Kein Machtkampf

Einigung auf Übergangsregierung in Burkina Faso

Ausland
01.11.2014 16:48
Nach dem Rückzug von Staatschef Blaise Compaore scheint ein befürchteter Machtkampf um seine Nachfolge in Burkina Faso vorerst abgewendet: Die Militärführung sagte dem selbst ernannten Übergangspräsidenten Isaac Zida am Samstag ihre Unterstützung zu.

Zida hatte sich nach dem Rücktritt Compaores am Freitag an der Spitze einer Gruppe junger Offiziere zum Führer der Übergangsregierung erklärt. Er hatte damit Armeechef Honore Traore herausgefordert, der ebenfalls Anspruch auf die Führung erhob. Nachdem es zunächst nach einem internen Machtkampf aussah, beugte sich Traore am Samstag seinem Rivalen und unterzeichnete die Erklärung, in der sich der Generalstab hinter Zida stellte.

Der im Land bisher wenig bekannte Vizekommandant der Präsidialgarde Zida kündigte an, im Dialog mit den Parteien einen demokratischen Wandel einzuleiten. In einer Fernsehansprache sagte Zida, er wolle als Übergangsstaatschef die "staatliche Kontinuität" wahren und in Zusammenarbeit mit den Parteien und der Zivilgesellschaft für einen "ruhigen demokratischen Übergang" sorgen. Das Streben der Jugend nach demokratischen Wandel werde "weder verraten, noch enttäuscht" werden, so Zida.

Staatschef nach Massenprotesten zurückgetreten
Der bisherige Staatschef Compaore war am Freitag nach gewaltsamen Massenprotesten gegen eine geplante Verfassungsänderung, die ihm eine dritte Amtszeit erlauben sollte, von seinem Amt zurückgetreten. Der 63-jährige Präsident, der in dem westafrikanischen Staat vor 27 Jahren bei einem Putsch die Macht übernommen hatte, hatte zunächst einen Rücktritt abgelehnt. Angesichts zehntausender Demonstranten in der Hauptstadt Ouagadougous gab er jedoch schließlich nach.

Nach seinem Rücktritt reiste Compaore ins benachbarte Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste), wie die dortige Präsidentschaft am Samstag bestätigte. Augenzeugen berichteten, ein Autokonvoi habe in der ivorischen Hauptstadt Yamoussoukro ein Luxushotel angesteuert. Medienberichten zufolge war Compaores Ehefrau bereits vor Tagen nach Yamoussoukro gereist.

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