Vor dem Hohen Frauentag am 15. August appelliert das Transitforum Tirol erneut, das Fernpass-Paket auszusetzen bzw. gänzlich zu stoppen. Die Grenzen der Belastbarkeit in Tirol seien längst erreicht.
Das Transitforum lässt nicht locker und kritisiert das von der Tiroler Landesregierung im Jänner 2024 präsentierte „Fernpass-Paket“ erneut scharf und fordert dessen Aussetzung beziehungsweise einen vollständigen Stopp. Nach Ansicht der Bürgerinitiative verschärfe das Paket die seit Jahrzehnten bestehenden Verkehrs-, Lärm- und Umweltprobleme entlang der Fernpass-Transitroute, anstatt diese nachhaltig zu lösen. Besonders kritisieren Fritz Gurgiser und seine Leute das politische Vorgehen von ÖVP und SPÖ im Tiroler Landtag. Die beiden Regierungsparteien haben die entsprechenden Entschließungen bekanntlich im März 2024 und März 2025 gegen die Stimmen von FPÖ, Grüne, Liste Fritz und NEOS beschlossen.
Das Gegenteil ist der Fall. Damit wird letztlich die bestehende hohe Verkehrsbelastung der Anrainer dauerhaft akzeptiert.

Fritz Gurgiser
Bild: Christof Birbaumer
Hohe Belastung an der Strecke wird manifestiert
Der zentrale Vorwurf: Die wiederholte Aussage von VP und SP, das Fernpass-Paket werde „nicht mehr Verkehr bringen“, ist aus der Sicht des Transitforums ein Trugschluss. „Das Gegenteil ist der Fall. Damit wird letztlich die bestehende hohe Verkehrsbelastung der Anrainer dauerhaft akzeptiert“, sagt Gurgiser. Er verweist dabei auch auf Vorgaben der Alpenkonvention und europarechtliche Verpflichtungen, wonach Verkehrsbelastungen im Alpenraum „auf ein für Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume verträgliches Maß reduziert werden müssten“.
Auch die „Weiterentwicklung“ des ursprünglich vereinbarten Ausbaus der berüchtigten Haarnadelkurve am Fernpass zum geplanten Fernpass-Scheitel-Maut-Tunnel stößt auf Kritik. Das Transitforum sieht darin eine Abkehr von den Ergebnissen der früheren, unter Bürgerbeteiligung erarbeiteten Fernpass-Strategie.
Allein im Loisachtal sind Ausbauvorhaben im Umfang von rund 1,3 Milliarden Euro vorgesehen beziehungsweise bereits umgesetzt.
Fritz Gurgiser
Zusätzliche Brisanz erhält die Diskussion durch die umfangreichen Ausbaupläne auf deutscher Seite. Das Transitforum verweist auf Investitionen und geplante Verbesserungen der Zulaufstrecken Richtung Fernpass und Mittenwald und befürchtet dadurch eine weitere Zunahme des Verkehrs in Tirol. „Allein im Loisachtal sind Ausbauvorhaben im Umfang von rund 1,3 Milliarden Euro vorgesehen beziehungsweise bereits umgesetzt“, so Gurgiser.
8000 Unterschriften von den Fernpass-Anrainern
Für das Transitforum ist das Paket ein „Lebens-, Regionalwirtschafts- und Naturraum-Killerprogramm“. Gefordert wird eine bedarfsgerechte Verkehrssteuerung, weniger Lärm- und Gesundheitsbelastungen, der Schutz der Lebensqualität sowie eine ganzjährige Erreichbarkeit für Bevölkerung, Einsatzorganisationen und den öffentlichen Verkehr. „Es muss nun ein umfassendes Verkehrskonzept für die Bezirke Reutte, Imst und Landeck erstellt werden, das sich an der früheren Fernpass-Strategie und der tatsächlichen Belastungssituation orientiert – und zwar ohne Tunnel.
Hinter der Forderung steht eine Unterschriftenaktion mit knapp 8000 Unterstützerinnen und Unterstützern“, sagt Gurgiser weiter. Das Transitforum versteht ihre Forderungen als „grundsätzliche Entscheidung über die Zukunft des Tiroler Alpenraums: Verkehr müsse sich an den Grenzen der Belastbarkeit des Lebens-, Wirtschafts- und Naturraums orientieren – und nicht umgekehrt!
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