In die Wüste. Alles gut am Küniglberg? Die heutige Bestellung des 13-köpfigen ORF-Direktorenteams als letzter Akt der Neuaufstellung nach der Demontage von Generaldirektor Roland Weißmann? An sich wäre erst jetzt im August die Bestellung des Generaldirektors am Plan gestanden, im September wären die Direktoren gefolgt. Bis März schien die Wiederbestellung Weißmanns für fünf Jahre durch den Stiftungsrat sicher. Doch es kam ganz anders: Weißmann stolperte bekanntlich über eigene Dummheiten und wurde von den Stiftungsratsspitzen, dem roten Heinz Lederer und dem schwarz-türkisen Gregor Schütze, über Nacht in die Wüste geschickt.
Was im ORF läuft. Danach tauchten schwere Vorwürfe gegen Lederer auf – wegen übler Unvereinbarkeiten zwischen Aufsichtsrats-Funktion und seinen Gschäftln. Doch Lederer darf weiterwerken. Getragen von Kanzler und Vizekanzler, peitschte er den Kanzler-Wunschkandidaten Clemens Pig als ORF-Generaldirektor bei vorverlegten Wahlen durch. Heute folgt die Wahl der Direktorenkandidaten Pigs. Alles gut also? Mitnichten! Seit Weißmanns Abschuss wurde zwar eine ganze Schar an ORF-Führungskräften freigestellt, gekündigt oder entlassen. Gegen den Stiftungsratschef wurden von der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Nötigung Ermittlungen eingeleitet. Doch er hat weiter das Vertrauen seiner Schirmherren Stocker und Babler. Trotz laufenden Verfahrens. Da fragt man sich: Was läuft da?
Kommen Sie gut durch den Dienstag!
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