Pannen in Sydney

Nach Beinahe-Crash: Zwei Mitarbeiter gefeuert

Ausland
10.08.2026 07:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach zwei Beinahe-Zusammenstößen auf dem Rollfeld des Flughafens von Sydney ziehen die australischen Behörden Konsequenzen: Ein Fluglotse und ein Bodenmitarbeiter, die am jüngsten Vorfall am Wochenende beteiligt waren, wurden vom Dienst suspendiert. 

Der jüngste Zwischenfall hatte sich Sonntagfrüh ereignet: Eine Maschine der australischen Low-Cost-Airline Jetstar und eine Boeing 777 von Qatar Airways kamen sich beim Rollen auf dem Flughafengelände gefährlich nahe. Der Pilot der Jetstar-Maschine musste abrupt bremsen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Nach einem Bericht des Senders ABC wurde ein Crewmitglied von Jetstar verletzt, Passagiere kamen nicht zu Schaden.

Niedriges Tempo, aber dennoch besorgniserregend
Die australische Flugsicherheitsbehörde ATSB leitete Ermittlungen ein. Ihr Chef Angus Mitchell sprach nach einem Bericht der Zeitung „Sydney Morning Herald“ von einem Vorfall, der sich zwar bei niedriger Geschwindigkeit ereignet habe, aber dennoch sehr gefährlich hätte werden können.

Schon im Juli gab es eine gefährliche Panne
Es ist bereits der zweite Beinahe-Zusammenstoß am Kingsford Smith International Airport binnen zwei Wochen: Ende Juli war es am größten Flughafen des Landes zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen, als die Crews zweier Maschinen widersprüchliche Anweisungen von Fluglotsen erhielten. Auch dieser Vorfall wird untersucht.

Flüge nehmen bei Personalmangel ab
Hintergrund ist der zunehmende Flugbetrieb in der Millionenmetropole an der Ostküste bei gleichzeitigem Personalmangel. Airservices Australia kämpft seit Jahren damit, dass Fluglotsen fehlen. In den vergangenen Tagen führte die angespannte Personalsituation wieder einmal zu zahlreichen Verspätungen. Um den Flugbetrieb trotz zu weniger Mitarbeiter sicher abzuwickeln, musste die Zahl der Starts und Landungen reduziert werden.

Der Regierungschef des Bundesstaates New South Wales, Chris Minns, warnte bereits, die Probleme könnten langfristig dem internationalen Ruf Sydneys als Wirtschaftsmetropole und attraktives Touristenziel schaden. Zugleich betonte er, dass Sicherheit immer oberste Priorität haben müsse: Eine „Katastrophe“ zu vermeiden, habe grundsätzlich immer Vorrang – auch wenn die Folgen „frustrierend für Tausende Passagiere“ seien.

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