Kraftwerke leiden

Um zwei Drittel seichter: Donau geht die Kraft aus

Niederösterreich
10.08.2026 05:00

Schiffe stehen wegen Niedrigwasser im Donausand, Wasserkraftwerke produzieren viel weniger Strom als sie könnten. Dabei zeigt sich, wie wichtig Ausbau von Alternativen ist.

Normalerweise würde jetzt noch geschmolzener Winterschnee von den Bergen durch die Kraftwerke entlang der Donau fließen. Doch so ungewöhnlich heiß sich dieser Sommer präsentiert, so sehr weicht auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft von der Norm ab. Der Energiekonzern Verbund spricht von einem Einbruch von 30 Prozent. Die Donau ist momentan um zwei Drittel seichter als sonst.

Beim Kraftwerk Greifenstein in St. Andrä-Wördern macht sich die Trockenheit in teils gespenstischen Bildern bemerkbar. Boote, die im Vorjahr noch sanft im Wasser wankten, stehen nun komplett im trockenen Sand. Erst 20 Meter weiter schwappt langsam wieder die Donau ans Ufer. Die Trockenheit liegt Unterwasserpflanzen, Muscheln und längst versunkene Gegenstände frei.

Kleine Kraftwerke bereits dicht
In der Ferne zeigt Verbund-Sprecher Florian Seidl zum riesigen Wasserkraftwerk Greifenstein. „An der Kante liegt das Wasser zehn Meter unter dem normalen Standpunkt“, erklärt er. Und während kleine Kraftwerke an Flüssen im Waldviertel bereits dicht machen mussten, fließt im Neun-Turbinen-Bau Greifenstein nach wie vor Strom. „Solange unsere Gletscher schmelzen, wird die Donau auch nie komplett austrocknen“, beruhigt der Konzern. Knifflig sei nur, bei unterschiedlichen Wasserständen genug Strom zu bekommen.

Wo normalerweise schon der Fluss plätschert, zeichnen sich jetzt Fußstapfen ab. Im Hintergrund ...
Wo normalerweise schon der Fluss plätschert, zeichnen sich jetzt Fußstapfen ab. Im Hintergrund das Kraftwerk Greifenstein, das wegen den niedrigen Wasserständen deutlich weniger Strom produziert.(Bild: Anna Kindlmann)

Ausbau von Wind und Sonne fehlt
„Auch ein Hochwasser wie im Jahr 2024 ist für die Stromerzeugung ebenso ungünstig wie Trockenheit, weil auch dann das Wasser langsamer fällt“, erklärt Seidl. Optimal wäre ein überschaubarer, größerer Regenguss. Eine dystopische Zukunftsidee: „Die Donau könnte auch in Stauseen aufgeteilt werden, um genug Energie zu erzeugen. Ansonsten bleiben nach wie vor die Alternativen Sonne und Wind.“ Beides wäre hierzulande ausreichend vorhanden, der Ausbau schreite aber langsam voran. „Schade“, so der Verbund, denn ein Windrad dreht sich auch bei 40 Grad.

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