Die Grazer Polizei hat am Wochenende E-Scooter und andere Trendsportgeräte ins Auge genommen. Seit Mai gelten neue Regeln: Von einer Helmpflicht für Jugendliche bis zur verpflichtenden Klingel und einer Promille-Grenze.
Am Freitag und Samstag führten Streifen der Grazer Polizei gemeinsam mit der Fahrradpolizei und einem Polizeimotorrad vermehrt Kontrollen im Stadtgebiet durch – das Ziel: E-Scooter-Fahrer. Seit 1. Mai 2026 gelten strengere Regeln. So müssen etwa alle unter 16 Jahren einen Helm am E-Scooter tragen, bei einem E-Bike gilt die Grenze bis 14 Jahre. Außerdem sind Klingel und Blinker an den Geräten anzubringen. Eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille gilt. Und eine Mitnahme anderer Personen am E-Scooter ist verboten sowie das Aufhängen von Rucksäcken oder Taschen am Lenkergriff.
Ist man im Stadtgebiet unterwegs, hat man oft das Gefühl, dass diese Regeln von vielen mehr als netter Hinweis statt als Straßenverkehrsverordnung wahrgenommen werden. So hat die Polizei bei ihrer Schwerpunktkontrolle am Wochenende an nur zwei Tagen insgesamt 160 Verstöße festgestellt.
Selbst Kinder mit getunten Geräten unterwegs
„Bei den technischen Überprüfungen vor Ort wiesen insgesamt 27 E-Scooter eine Bauartgeschwindigkeit von mehr als den erlaubten 25 km/h auf“, heißt es in einer Aussendung der Polizei. Im Bereich des Stadtstrandes (ein Hotspot neben der Mur in Graz, mit Bootsverleih, Liegestühlen etc.) trafen Polizisten sogar vier Kinder zwischen 10 und 12 Jahren an, die mit E-Scootern unterwegs waren. Auch ihre Geräte wiesen eine weit höhere Höchstgeschwindigkeit als 25 km/h auf. Es handelte sich schon beinahe um Kleinmotorräder, heißt es. „Für das Lenken dieser Fahrzeuge fehlte den Kindern naturgemäß die erforderliche Berechtigung.“
Minister für konsequente Kontrollen
Die Polizei in Graz will auch weiter gezielte Schwerpunktaktionen durchführen. In einem aktuellen „Krone“-Interview betont auch Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) die Relevanz konsequenter E-Scooter-Kontrollen. Zudem kann sich der Minister strengere Regeln vorstellen. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit E-Scootern. In den letzten Jahren haben die Geräte einen wahren Boom erlebt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.