Schrecken und Chaos

Wildschwein legte U-Bahn in Budapest lahm

Ausland
08.08.2026 18:55

Für Schrecken und ein kleines Verkehrschaos hat am Samstag ein Wildschwein in der ungarischen Hauptstadt Budapest gesorgt. Das Wildtier suchte zunächst eine Pizzeria heim und trabte wenig später in eine U-Bahn-Haltestelle in der Nähe des Parlaments. Dort nahm das Unheil seinen Lauf.

Ein Augenzeuge filmte, wie das Wildschwein auf einer still stehenden Rolltreppe hinunter zum Bahnsteig läuft und veröffentlichte das skurrile Schauspiel wenig später auf TikTok (siehe Posting unten). In der Aufnahme hört man auch im Hintergrund Lachen.

Verletztes Tier verkroch sich unter U-Bahn-Garnitur
Doch aus Spaß wurde bald ernst. Der stachelige Besucher verirrte sich kurzzeitig auch in einen U-Bahn-Waggon und sorgte unter den Fahrgästen für Schrecken. Verletzt wurde niemand. Wenig später lief das Tier den Angaben der Budapester Verkehrsbetriebe, die nach der ersten Sichtung des Wildschweins die Station evakuiert und den Strom abgeschaltet hatten, sogar auf die Schienen und versteckte sich unter dem Triebwagen einer wartenden Garnitur.

Zunächst hatte es in Medienberichten geheißen, dass das Wildschwein von einem anderen Zug erfasst worden sei. Doch die Verkehrsbetriebe stellten in einer Mitteilung klar, dass die Verletzungen des Tieres nicht mit einem Zusammenprall im Zusammenhang stünden. Die verzwickte Situation – das Tier wollte nicht mehr herauskommen – löste schlussendlich ein Jäger. Er erlegte das Wildschwein.

Jagdverband zu Abschuss: „Betäubungsmittel wäre zu riskant“
Nun musste in mühsamer Arbeit zunächst die U-Bahn-Garnitur weggezogen werden, um zum Borstentier zu gelangen und dieses bergen zu können. Während der stundenlangen Bergungsarbeiten musste ein Schienenersatzverkehr für die gestrandeten Passagiere eingerichtet werden. Der Sprecher des ungarischen Jagdverbandes erklärte, dass aufgrund der Gefahr für die Bevölkerung der Hauptstadt die einzige Möglichkeit der Abschuss gewesen sei. „Die Anwendung eines Betäubungsmittels wäre riskant und kompliziert gewesen. Es ist nämlich nicht so leicht festzustellen, welche Menge notwendig gewesen wäre“, erklärte der Fachmann gegenüber der Nachrichtenseite 24.hu.

Die äußerst ungewöhnliche Route, die das Wildschwein genommen hatte, beschäftigt auch die Menschen in Budapest. Denn der betroffene Bereich in der Nähe des Parlaments ist auf der Pester Seite, wo es bisher noch keine Berichte über Begegnungen mit Wildschweinen gegeben hat. Auf der anderen, hügeligeren und bewaldeten Donauseite hingegen kommt es gelegentlich vor, dass Wildschweine die Nähe zu Menschen suchen.

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