Das sagt der Landwirt

Wirbel um totes Wildschwein mit Brille und Haube

Niederösterreich
22.01.2026 08:00

Hohe Wellen schlug ein Facebook-Posting von Bio-Landwirt Johannes Wiesmayer aus Hennersdorf bei Wien: Er setzte einem toten Wildschwein seine Haube und Brille auf. Die Reaktionen waren eindeutig.

Die Brille von Johannes Wiesmayer ist ein Markenzeichen des Bio-Landwirts aus Hennersdorf im niederösterreichischen Bezirk Mödling. Beim Bewerben seiner Produkte platziert er diese immer wieder als Marketing-Gag am Foto – sei es bei Fleischprodukten, aber auch bei Brot, roten Rüben oder Bierflaschen. Doch diesmal erntete er dafür reichlich Kritik.

Denn er hatte die Brille auf dem Kopf eines toten Wildschweins platziert und setzte diesem auch noch seine Haube auf. Das Bild postete er mit den Zeilen „Wildschweinplage in Hennersdorf! Aber keine Sorgen, wir haben’s im Griff“ auf Facebook.

„Das ist der Gipfel“
Die Reaktionen? Eindeutig! „Das ist der Gipfel der Respektlosigkeit“, „Dankeschön, dass du die Jägerschaft runterziehst mit solchen dämlichen Fotos“ oder „Was für ein trauriges Foto“ – das waren noch die freundlicheren Kommentare unter Wiesmayers Eintrag.

Der Grund für reichlich Kritik auf Facebook: das tote Wildschwein als „Werbe-Model“
Der Grund für reichlich Kritik auf Facebook: das tote Wildschwein als „Werbe-Model“(Bild: Krone KREATIV/Johannes Wiesmayer)
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In Zeiten von Massentierhaltung und Tierfleischskandalen finde ich einige der Reaktionen übertrieben und nahezu bedrohlich.

Johannes Wiesmayer

„Dass mein Facebook-Posting solche Wellen schlagen würde, war mir nicht bewusst“, erklärt er auf „Krone“-Anfrage. Die schwarze Brille sei seit Jahren fixer Bestandteil seiner Werbung. „Es wundert mich daher, dass nun die Brille und meine Haube die Gemüter so erhitzen. Das war nie meine Absicht“, beteuert der Hennersdorfer, der seit 1997 Waidmann und seit mehr als 20 Jahren Bio-Bauer und Wilddirektvermarkter ist.

Wildschwein nicht selbst erlegt
„Ich wollte weder der Jägerschaft noch den tierschützenden NGOs zu nahe treten. Am allerwenigsten wollte ich aber das Wild und die Natur beleidigen“, erklärt Wiesmayer. Zudem lege er Wert darauf, dass das Wildschwein nicht von ihm erlegt wurde, sondern von einem Forstbetrieb angekauft worden sei.

Für ein als Werbung gedachtes Bild erntete Wiesmayer reichlich Kritik. Der Bio-Bauer zeigt sich ...
Für ein als Werbung gedachtes Bild erntete Wiesmayer reichlich Kritik. Der Bio-Bauer zeigt sich darüber verwundert.(Bild: Imre Antal)

Einige Kommentare unter seinem Posting lassen ihn aber auch nachdenklich werden. „In Zeiten von Massentierhaltung und Tierfleischskandalen finde ich einige der Reaktionen übertrieben und nahezu bedrohlich. Für mich stellt jedes Stück erlegtes Wild eine Entnahme aus der Natur dar, das ich achte und schätze“, betont er.

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