Die verbleibenden 145 Tage dieses Jahres müssen Renterinnen in Niederösterreich ohne Pension auskommen! Zumindest der Statistik nach.
Denn heute, 8. August, ist im größten Bundesland der Equal Pension Day erreicht. Das heißt: Mit dem heutigen Tag haben Männer rechnerisch so viel Pension erhalten, wie Frauen im gesamten Jahre bekommen. Bundesweit ist es erst morgen so weit.
1100 Euro Differenz
In harter Währung ausgedrückt, wird die Pensionslücke noch greifbarer: Männer beziehen in Niederösterreich im Schnitt rund 2778 Euro Pension, Frauen nur 1678 Euro. Das sind 1100 Euro weniger im Monat – oder satte 39,6 Prozent! „Dass Frauen im Alter um fast 40 Prozent weniger zum Leben haben, ist ein unhaltbarer Zustand“, klagt Markus Wieser, Arbeiterkammer-Präsident und ÖGB-Vorsitzender in Niederösterreich: „Es geht da nicht um Statistik, sondern um reale Existenznot.“ Mehr als zwei Drittel der Bezieher der Ausgleichszulage sind weiblich.
Unbezahlte Arbeitszeit
„Niedrige Pensionen sind kein Schicksal“, sagt Didem Strebinger, Landesfrauenvorsitzender im ÖGB-Niederösterreich. Die Ursache liegen im Berufsleben. Zum einen gibt es immer noch eine Gehaltslücke von mehr als 17 Prozent zwischen Männer und Frauen, zum anderen leisten Frauen rund 57 Prozent ihrer Arbeitszeit unbezahlt – für Kinderbetreuung, Haushalt oder Pflege.
Hohe Teilzeitquote
Die Folge: 71 Prozent der weiblichen Beschäftigten mit einem Kind unter 15 Jahren arbeiten Teilzeit. Bei den Männern in derselben Lebenslage ist es nur ein Zehntel. „Diese hohe Teilzeitquote rächt sich im Alter“, so die Gewerkschafterin. Verschärft wird die Situation durch die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters – deutlich angestiegen ist dadurch die Zahl älterer weiblicher Arbeitsloser.
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