Vor der Fernpass-Demo am 1. August appellieren die Grünen noch einmal an die schwarz-rote Koalition, den Tunnel auf Eis zu legen. Ob sie damit Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten.
Vor der samstägigen Demo entlang der Fernpassstraße meldeten sich gestern die Grünen noch einmal zu Wort. Wie berichtet, wird der Fernpass am Samstag zwischen 9.45 und 12 Uhr im Bereich Rastland Nassereith und Ehrenberg in Reutte gesperrt. Auch das Hahnentennjoch ist während dieser Zeit zu. Gegner des Fernpass-Paketes gehen auf die Straße.
„Der geplante Scheiteltunnel muss auf Eis gelegt werden“, so die zentrale Forderung vom Grünen Obmann Gebi Mair. Die Vorzeichen am Fernpass hätten sich nach den sehr kritischen Schlussvorträgen des EuGH-Generalanwaltes im Rahmen der Transitklage Italiens geändert.
Fahrverbote auf wackeligen Beinen
„Die Fahrverbote stehen mehr denn je auf wackeligen Beinen. Die Landesregierung darf in so einer Situation nicht zur Tagesordnung übergehen und das Fernpass-Paket durchdrücken. Das ist ein unverantwortliches Spiel mit dem Feuer“, warnt Mair. Zudem sei eine zentrale Frage offen? Hält das 7,5-Tonnen-Limit? „Ich glaube nicht“, so Mair. Denn ein paar Gutachten im Auftrag des Landes sind einfach keine rechtliche Garantie, dass das 7,5 Tonnen Limit hält.
Das ist ein unverantwortliches Spiel mit dem Feuer. Die Landesregierung muss ihre Pläne noch einmal überdenken und den Tunnel auf Eis legen.“

Gebi Mair (Grüne)
Bild: Christof Birbaumer
Mair sieht „teuren Tunnel, der keinen Zeitgewinn bringt“
„Ist das Fernpass-Paket es wirklich wert, dieses Risiko einzugehen? Für einen teuren Tunnel, der keinen Zeitgewinn bringt? Für eine Maut, die eigentlich niemand will? Wäre ich in der Landesregierung, würde ich spätestens jetzt alles hinterfragen und gemeinsam mit der Bevölkerung an einer sicheren und dauerhaften Lösung arbeiten. Genau dazu appellieren wir eindringlich an die Landesregierung“, so Mair.
In dasselbe Horn bläst auch die Bezirkssprecherin der Grünen im Außerfern, Margit Dablander: „Wir wollen eigentlich nur eines: dauerhaft weniger Verkehr! Aber derzeit wird daran gearbeitet, die Straße noch attraktiver zu machen.
Die Landesregierung will uns Außerferner mit Gutscheinen kaufen. Aber das ist ein Judaslohn.“
Margit Dablander (Grüne)
„Mit Gutscheinen wollen sie uns kaufen“
Sie sprach von einem „Transittinitus“, unter dem die Menschen aufgrund des Lärms leiden sowie Belastungen durch Abgase und Staus. Die geplante Maut mache die Menschen zornig.
„Wir werden von Tirol abgeschnitten. Mit Gutscheinen wollen sie uns kaufen, aber das ist ein Judaslohn“, sagt die Bezirkssprecherin und Reuttener Gemeinderätin.
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