„Brumca“ ist tot

Abschied von tierischer Ikone für die Bärenrettung

Niederösterreich
30.07.2026 09:57

Große Trauer im Bärenwald Arbesbach im Waldviertel: Die 34-jährige „Brumca“ kam gleich nach der Gründung des Vier-Pfoten-Tierschutzparks 1998 in die Einrichtung, wo die schrullige Bärendame seither lebte und immer wieder als strahlendes Lebewesen für den Bärenschutz stand. Das Betreuerteam kämpft mit dem Verlust schwer.

Eine Ära geht im Bärenwald Arbesbach im Bezirk Zwettl zu Ende: Die 34-jährige „Brumca“ musste am Mittwoch von ihren schweren Leiden erlöst werden. 28 Jahre war die schrullige Bärendame in der Obhut des Betreuerteams vor Ort. Sie zog damals in den gerade neu eröffneten Park der Tierschutzorganisation Vier Pfoten ein und prägte so die Geschichte des Bärenschutzes in Österreich – vor allem in Form als Motiv in vielen Fotos – maßgeblich mit. 

Schwere Leiden am Schluss
„Wir sind unendlich traurig. ,Brumca‘ litt schon seit Längerem an Arthrosen bzw. Verkalkungen in den Gelenken der linken Gliedmaßen, aber bis vor Kurzem hat sie noch brav ihre Schmerzmittel eingenommen und konnte somit ihr Leben noch genießen. Eine zuletzt diagnostizierte Erkrankung der Niere konnte auch noch medikamentös gut behandelt werden“, betont Sigrid Zederbauer, Leiterin des Bärenwalds Arbesbach. Seit einigen Tagen hätte sie jedoch merklich die Kraft verlassen. Sie verweigerte ihr Futter und damit auch die Medikamente. „Es wurde klar, dass wir sie gehen lassen müssen.  Wenngleich wir uns schon länger auf ihren Abschied vorbereiten konnten, sind wir untröstlich. Sie hinterlässt eine riesige Lücke“, betont Zederbauer weiter.

Wie „Brumca“ gerettet wurde
Die Bärin wurde 1992 in einem slowakischen Tierpark geboren. Im Alter von nur wenigen Wochen wurde sie von ihrer Mutter getrennt und an Geschäftsleute verkauft, die sie wiederum einem österreichischen Geschäftsmann zum Geschenk machten. Das niedliche Bärenmädchen wuchs und wurde ihrem Besitzer bald zur Last. Er sperrte „Brumca“ in einen 35 Quadratmeter großen Verschlag, in dem sie einsam und beschäftigungslos dahinvegetierte. Schließlich verschwand der Besitzer endgültig und ließ „Brumca“ allein im Käfig zurück, wo sie noch fünf Jahre leben musste, bevor sie Vier Pfoten übernahm und 1998 in den Bärenwald Arbesbach brachte. 

Die „Grande Dame“
Noch Jahre nach ihrer Rettung zeigten sich die Folgen dieser traumatischen Erfahrung. So ging „Brumca“ etwa lange Zeit auf einer Fläche nervös auf und ab, die exakt der Breite ihres früheren Käfigs entsprach. Dennoch lebte sie sich bald im Bärenwald ein. „Sie wurde zu einer echten Diva, die das Team immer auf Trab hielt. Gemüse, das sie nicht besonders mochte, etwa Gurken und Karotten, musste auf einem ihr genehmen Platz ,serviert‘ werden, damit sie es auch angenommen hat. Den Platz musste man aber stets aufs Neue finden, weil der nicht immer der gleiche war. Und auf gar keinen Fall durfte man ihr das Obst und Gemüse zerschneiden. Sie schätzte es ausschließlich im unversehrten Zustand“, erzählt Zederbauer über lustige und belebte Zeiten mit der schrulligen Bärendame.

Sie reagierte auch stark auf bestimmte Gerüche. Nach einem Bad in ihrem Teich habe sie sich zum Beispiel öfters in Sägespänen, bestimmten Duftstoffen, Gewürzen oder zuletzt sogar in getrocknetem Kaffeesud gewuzelt und so ihre Zuseher damit oft erheitert.

Schwerer Schlag und Abschied
Für das gesamte Betreuer-Team vor Ort ist der Tod der Bärin ein schwerer Schlag. Unvergesslich bleiben aber die unzähligen Geschichten um die liebenswerte „Grande Dame“, die mit ihren vielen Eigenarten alle zum Lachen brachte. „Mit ,Brumca‘ ist eine echte Ikone des Bärenwalds gegangen, jene Bärin, die am längsten Schutzzentrum gelebt hat. Das Team wird dementsprechend noch lange brauchen, um über diesen Verlust hinwegzukommen“, heißt es vom bärenstarken Tierschutzverein.

Den Abschied haben ihr die Tierpfleger so schön wie nur möglich gemacht: Sie habe die letzten Tage alle Leckereien bekommen, die sie geliebt hat, also süße Melonen, Trauben, Walnüsse, Äpfel, Tomaten und vieles mehr. „Es ist uns ein großer Trost, dass sie so viele gute Jahre bei uns verbringen durfte und wir auch ihre letzten Wochen schön gestalten konnten“, beteuert Zederbauer.

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