Wo andere zusperren, öffnet ein junges Paar sein Herz für einen Heurigen! Der Betreiber mit kurdischen Wurzeln und seine Frau hauchten dem Traditionsweingut „Am Pranger“ in Gumpoldskirchen neues Leben ein.
Immer mehr Heurige verschwinden aus unseren Weinorten. Fehlende Nachfolger, steigender Druck und veränderte Lebensentwürfe lassen eine jahrhundertealte Kultur langsam verstummen. Umso bewegender ist die Geschichte von Zane Berger und Anna Gerland (34), die den umgekehrten Weg gegangen sind. Die Eltern des 35-Jährigen mussten als kurdische Flüchtlinge ihre Heimat verlassen und fanden in Österreich Zuflucht.
Winzerhaus revitalisiert
Zane wurde Koch in renommierten Hauben- und Sterneküchen. Anna studierte Önologie und machte den Wein zu ihrer Berufung. Gemeinsam erfüllten sie sich – unterstützt von Annas Mutter Maria – einen Traum: Ein jahrhundertealtes, längst verlassenes Winzerhaus wurde revitalisiert. Mit viel Eigenleistung hauchte das Paar dem historischen Gemäuer neues Leben ein, renovierte das Heurigenlokal und bewirtschaftet heute drei Hektar Weingärten nach Öko-Grundsätzen. Sie schenken dort Naturweine, den traditionsreichen Gumpoldskirchner aus und kredenzen dazu typische Schmankerl.
Geschichte vor Ort spüren
„Wir wollten nicht einfach einen Heurigen eröffnen, sondern einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, genießen und Geschichte spüren können. Wenn Gäste aus Wien extra mit dem Zug kommen, wissen wir, dass sich jede Mühe gelohnt hat“, freuen sich Zane und Anna. Das historische Gewölbe und der urige Garten locken inzwischen auffallend viele junge Besucher an. Während vielerorts die Heurigenkultur langsam verschwindet, wächst sie hier mit Leidenschaft, Mut und neuen Ideen weiter. Ein Hoffnungszeichen – für Gumpoldskirchen und weit darüber hinaus.
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