Pensionsdatum nun fix

Toni Faber muss aus Dienstwohnung ausziehen

Wien
24.07.2026 09:42

Wiens beliebter Dompfarrer Toni Faber geht in Pension. Nun steht das Datum fest, mit dem Faber sein Amt zur Verfügung stellt. Auch ein Umzug steht an, denn aktuell bewohnt der Dompfarrer 100 Quadratmeter im Dachgeschoss mit Blick auf den „Steffl“. 

Nach 30 Jahren im Amt geht Wiens Dompfarrer in Pension – wir berichteten. Oder genauer gesagt wird er „sein Amt zur Verfügung stellen“, wie die Erzdiözese Wien am Freitag bestätigte. Dazu hatte es wochenlange Gespräche mit dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl gegeben. Nun steht fest: Faber geht mit 31. August 2027, die Suche nach einem Nachfolger wird im Bälde anlaufen.  

Dompfarrer Toni Faber verabschiedet sich mit 1. September 2027 in Pension. Auch die schicke ...
Dompfarrer Toni Faber verabschiedet sich mit 1. September 2027 in Pension. Auch die schicke Dienstwohnung muss er räumen.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Vom Dompfarrer zum „City-Seelsorger“?
Wie und ob sich Wiens wohl prominentester Hirte dann um die Schäfchen weiter kümmern wird, ist noch ganz fix. Zumindest die 100-Quadratmeter-Dachgeschosswohnung im Curhaus muss Faber räumen - auch weil in dieser Bad und Schlafzimmer nur über eine 19-stufige Treppe erreichbar sind. Also nicht wirklich "seniorengerecht".

Allerdings steht ihm künftig eine neu renovierte, wenn auch etwas kleinere Bleibe in der Wiener Innenstadt zur Verfügung – was den kolportierten Gerüchten, Faber könnte sich weiterhin um eine Art „City-Seelsorge“ kümmern, Nahrung gibt. Von der Erzdiözese heißt es dazu, man habe sich „in gutem Einvernehmen“ geeinigt. Faber bleibe auch nach seiner Pensionierung „aktiver Priester und Seelsorger im herausfordernden Umfeld der City-Pastoral“, so der Sprecher der Erzdiözese, Michael Prüller, laut „Kathpress“. Faber sei zudem „frei, sich darüber hinaus neuen Aufgaben zu widmen“.

Mit 65 Jahren steht Toni Faber der Ruhestand grundsätzlich zu – auch wenn in der katholischen Kirche viele Priester aufgrund des Personalmangels länger im Amt bleiben. Hätte man dem Dompfarrer die Entscheidung alleine überlassen, wäre dies wohl auch der Fall gewesen.

Doch Faber hatte zuletzt einmal mehr kirchlichen Staub aufgewirbelt, unter anderem mit öffentlichen Auftritten in weiblicher Begleitung und seinen Aussagen zum Zölibat. Sogar aus dem Vatikan soll es dem Vernehmen nach Unmutsäußerungen gegeben haben. 

„Chance, etwas anderes zu machen“
Dennoch gibt sich der Dompfarrer weiterhin diplomatisch. „Ich bin mit mir und dem Erzbischof im Reinen“, zitiert unter anderem die „Presse“ aus einem internen Schreiben an die Mitarbeiter Fabers: „Natürlich ist die Pensionierung früh. Aber andererseits ist es eine Chance, mit meinen Erfahrungen anderes zu machen.“ Für die Kirche, deren Mitgliederschwund hierzulande im wahrsten Sinne des Wortes amtlich ist, wäre es wohl nicht das schlechteste, den beliebten Wiener Pfarrer nicht komplett aufs Abstellgleis zu schicken. 

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