Musikfans enttäuscht

Beatpatrol-Flop: Zweiter Tag – und wieder Probleme

Wien
05.09.2026 16:12

Konnten die Veranstalter des Beatpatrol-Festivals nach dem desaströsen Start am Freitag das Ruder doch noch einmal herumreißen? Danach sieht es am zweiten und letzten Festival-Tag am Samstag vorerst nicht unbedingt aus. Die Stimmung und auch die Erwartungen der Besucher sind eher gedämpft. Bereits der geplante Start mit 14 Uhr wurde nicht eingehalten. 

Und das, obwohl man einen pünktlichen Start via Instagram versicherte – zumindest via Posting auf der Social-Media-Plattform. Beim „Krone“-Lokalaugenschein zum veranschlagten Start des Festivals um 14 Uhr zeigte sich das Gelände nahezu menschenleer und das Areal vorerst nicht zugänglich. 

„Was macht das für einen Sinn?“
Ein paar wenige Musikfans hatten sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits auf den Weg zum Veranstaltungsort gemacht. Sie alle eint: Enttäuschung über den gefloppten ersten Festival-Tag. Nicht aber etwa aufgrund der logistischen und organisatorischen Probleme per se, sondern vor allem aufgrund der gänzlich ausgebliebenen Kommunikation seitens des Veranstalters, erklärt etwa Frederik gegenüber der „Krone“. Gemeinsam mit seinem Kumpel wartete er am Freitag fünf Stunden auf Einlass – um 19.30 Uhr gaben die beiden auf und gingen. „Dann hieß es 20 Uhr und dann haben wir gesagt: „Ne, wir lassen es halt bleiben, weil: Was macht das für einen Sinn?“ „Die Kommunikation war jedenfalls das, was am meisten gestört hat“, erklärt er.

Für Sabrina und Philipp war es das letzte Beatpatrol-Festival.
Für Sabrina und Philipp war es das letzte Beatpatrol-Festival.(Bild: Gerhard Bartel)
Viel los war zum Start des zweiten Festivaltages noch nicht.
Viel los war zum Start des zweiten Festivaltages noch nicht.(Bild: Gerhard Bartel)

Auch Sabrina und Philipp aus Oberösterreich warteten am Freitag stundenlang vor den Toren der Galopprennbahn. Dass sie am Samstag noch einmal zum Festival kommen, liege schlichtweg daran, dass sie ein Hotel gebucht haben. „Wir wären eh nicht nach Hause gefahren“, so Sabrina. Bezahlt hätten sie 330 oder 340 Euro für beide Tage. Auch ihnen stieß am Freitag sauer auf, dass es keine Infos seitens des Veranstalters gab. „Dass der Veranstalter keinen Mut hat, und sich herstellt und sagt: „Tut mir leid, es ist wirklich etwas schiefgelaufen“, ärgere sehr. Ein weiteres Beatpatrol-Festival komme für beide nicht mehr infrage. „Da können noch so oft Veranstalter wechseln, das ist für uns Geschichte“, so Philipp.

„Höchst unerfreuliche Situation“
In die Offensive ging am Samstag allerdings die Eigentümerin und Besitzerin der Anlage, auf der das Festival stattfindet. Die Situation und die Geschehnisse vor Ort am Freitag seien „alles andere als wünschenswert gewesen“, so Julia Habel im „Krone“-Gespräch. Es sei „eine höchst unerfreuliche Situation“ gewesen. Sie zeigte zudem „größtes Verständnis“ für den Unmut der Besucher und an der Kritik.

Zitat Icon

Wir haben das Möglichste getan, damit die Veranstaltung reibungslos stattfinden kann.

Julia Habel, Eigentümerin des Veranstaltungsorts

Allerdings betonte sie auch: „Mir ist ganz wichtig festzuhalten, dass alle Probleme und Schwierigkeiten, die in Zusammenhang mit dieser Veranstaltung aufgetreten sind und möglicherweise auch noch auftreten werden, nicht, in gar keiner Weise, in Verschulden der Veranstaltungslocation der Rennbahn Freudenau liegen.“ Es liege alles ausschließlich am Veranstalter dieses Festivals. Man habe das Möglichste getan, damit die Veranstaltung reibungslos stattfinden könne.

Behinderten-Toilette auf Online-Plattform organisiert
Die MA 36 hatte laut ORF im Vorfeld festgestellt, dass lediglich acht Toiletten für 8000 veranschlagte Besucher einkalkuliert gewesen wären. Zudem gab es keinen zweiten Fluchtweg auf dem Gelände. Habel betonte, dass viele Mitarbeitende und auch die Behörde alles gegeben hätten, um das Festival noch stattfinden lassen zu können. Etwa habe einer der Caterer eine Behinderten-Toilette auf Willhaben gekauft, um diese zur Verfügung stellen zu können.

Statement von Veranstalter am Sonntag
Ob der zweite und finale Tag des Festivals doch noch ein versöhnliches Ende nimmt, wird sich zeigen. Kurz vor 15 Uhr wurde zumindest Einlass auf das Gelände gewährt. Am Sonntag soll sich laut derzeitigem Info-Stand schlussendlich auch der Veranstalter selbst aus der Deckung wagen und ein Statement abgeben.

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