Streit um ARD-Rolle

War Aktrice Caro Cult zu schwanger für Sexszenen?

Society International
23.07.2026 11:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kann eine Schauspielerin wegen einer Schwangerschaft eine große TV-Rolle verlieren? Genau diese Frage sorgt jetzt für Wirbel in der deutschen Filmbranche. Schauspielerin Caro Cult (32), bekannt aus „Babylon Berlin“, sollte eine Hauptrolle in der ARD-Produktion „Schattenseite“ übernehmen – doch kurz vor Drehbeginn war plötzlich Schluss.

Wie deutsche Medien, darunter der „Spiegel“ sowie die „Bild“ berichten, kam es bereits 2024 zum Streit zwischen der Schauspielerin und der Produktionsfirma Dreamtool Entertainment.

Schwanger und plötzlich gefeuert
Cult hatte das Casting gewonnen, die Rolle zugesagt bekommen und sich bereits auf den Dreh vorbereitet. Doch acht Tage vor Beginn der Arbeiten teilte sie der Produktion mit, dass sie schwanger sei. Kurz darauf wurde die Rolle neu besetzt. Möglicher Grund: Zur Handlung gehörten mehrere Sexszenen.

Die Schauspielerin selbst meldete sich auch auf Instagram zu Wort und machte deutlich, warum ihr dieser Fall so wichtig ist.

„Es kann doch nicht sein, dass wir Mütter alle so tun, als würden wir keine Kinder bekommen – aus Angst, dass uns unsere Jobs weggenommen werden!“, schrieb Cult.

Und weiter: „Ich wünsche mir so sehr, dass Frauen keine Angst davor haben müssen, Mütter zu werden. Dass sie die gleichen Chancen bekommen und nicht um das bangen müssen, was sie sich erarbeitet haben.“ Ihr Fazit: „Unsere Branche ist nicht gleichberechtigt. Und das muss sich ändern!“

Notwendiger Sex-Appeal fehlte angeblich
Laut Caro Cult soll eine Mitarbeiterin der Produktionsfirma ihrer Agentin erklärt haben, die Schauspielerin habe als Schwangere „nicht mehr den notwendigen Sex-Appeal“ für die Rolle. Die Produktionsfirma Dreamtool Entertainment räumte später ein, dass diese Aussage unangebracht gewesen sei – betonte jedoch, sie sei nicht ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen.

Stattdessen verwies das Unternehmen auf praktische Probleme. Wegen Mutterschutz, geplanter Nachtdrehs im Winter, Versicherungsfragen und organisatorischer Abläufe sei die Besetzung mit einer schwangeren Schauspielerin nicht umsetzbar gewesen.

Für Cult ist das keine überzeugende Erklärung. Die Schwangerschaft hätte sich problemlos hätte kaschieren lassen. Schließlich werde beim Film ständig getrickst – notfalls hätte man mit einem Body-Double arbeiten können.

Caro Cult bei der Premiere von „Wunderschöner“ im Februar 2025 in Berlin – zu diesem Zeitpunkt ...
Caro Cult bei der Premiere von „Wunderschöner“ im Februar 2025 in Berlin – zu diesem Zeitpunkt war die Schauspielerin bereits schwanger. Heute spricht sie offen darüber, wie schwer es für Frauen in der Filmbranche sein kann, Karriere und Familienplanung zu verbinden.(Bild: APA-Images / dpa / Christoph Soeder)

Der Fall landete schließlich vor dem Arbeitsgericht Berlin. Zu einem Urteil kam es jedoch nicht: Beide Seiten einigten sich außergerichtlich auf einen Vergleich. Die Produktionsfirma zahlt der Schauspielerin die Hälfte ihrer ursprünglich vereinbarten Gage als Entschädigung.

Für Caro Cult ging es nach eigenen Angaben nie in erster Linie ums Geld. Vielmehr wolle sie ein Zeichen gegen die Benachteiligung schwangerer Frauen in der Filmbranche setzen.

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