So, 19. August 2018

Fall bewegt die USA

11.10.2014 08:00

Krebskranke will am 1. November "in Würde" sterben

Brittany Maynard scheint auf den ersten Blick eine junge und hübsche Frau zu sein, die noch ihr ganzes Leben vor sich hat. Doch die 29-jährige US-Amerikanerin bereitet sich ihren bevorstehenden Tod vor. Im Kopf Maynards wächst ein besonders aggressiver Tumor. Die Ärzte geben der jungen Frau nur noch wenige Monate Lebenszeit. Um sich einen langsamen und qualvollen Todeskampf zu ersparen, hat die 29-Jährige beschlossen, ihrem Leben bald ein Ende zu bereiten. Sie will noch den Geburtstag ihres Mannes feiern und dann am 1. November sterben.

2012, kurz nach ihrer Hochzeit, begann Maynard, an immer wiederkehrenden Kopfschmerzen zu leiden. Vorher hatte sie nie solche Probleme, deshalb suchte sie einen Arzt auf. Im Jänner dieses Jahres schließlich die schockierende Diagnose: Die 29-Jährige hat einen Gehirntumor.

Besonders aggressive Form von Krebs, keine Heilungschance
Eine rasche Operation sollte das Wachstum der bösartigen Krebszellen stoppen und die Lebensdauer der Patientin verlängern. Aber bereits im April stellten die Mediziner fest, dass der Krebs wieder da war und sich sogar noch schneller ausbreitete als angenommen. Die Lebenserwartung der Frau schrumpfte auf sechs Monate. Es gab keine Hoffnung auf Rettung mehr.

"Wenn sie dir als 29-Jährige mitteilen, du hast nur mehr sechs Monate zu leben, dann fühlt es sich an, als ob du morgen schon sterben müsstest", erklärt Maynard in einem Video auf ihrer Seite thebrittanyfund.org, in dem sie sich an die Öffentlichkeit wendet. In dem Video will sie nicht nur auf ihr Schicksal aufmerksam machen, sondern auch für das gesetzliche Recht kämpfen, unter besonderen Umständen sich selbst unter ärztlicher Aufsicht das Leben zu nehmen. Dies ist nämlich in ihrem Heimatstaat Kalifornien nicht erlaubt.

"Tabletten griffbereit, wenn ich sie brauche"
Aus diesem Grund zog Maynard mit ihrem Ehemann Dan und ihren Eltern in den Bundesstaat Oregon, wo ihr Wunsch, sich mittels ärztlich verschriebener Tabletten das Leben zu nehmen, legal ist. Dies ist noch in vier weiteren Bundesstaaten erlaubt: Washington, Montana, Vermont und New Mexico. Ihr Arzt hat ihr bereits den Todescocktail verschrieben. Maynard hat die Tabletten in Griffweite bei sich zu Hause. "Sie sind an einem sicheren Ort und ich weiß, dass sie da sind, wenn ich sie brauche", erklärt die todkranke Frau in dem Video.

Den Tag ihres Todes hat sie ebenfalls bereits vorbereitet: Sie möchte in ihrem Bett an der Seite ihres Mannes, ihrer Mutter, ihres Stiefvaters und der besten Freundin das allerletzte Mal einschlafen. "Die Möglichkeit zu entscheiden, wann es genug ist, schafft eine Erleichterung und Entspanntheit. Sie kann entscheiden, wann die Zeit zu gehen gekommen ist", weiß auch Ehemann Dan.

"Ich möchte eine Welt, in der jeder in Würde sterben kann"
Bis es so weit ist, möchte Maynard nicht nur so viel Zeit wie möglich mit ihren Liebsten verbringen, sondern auch für das Recht aller todkranker US-Bürger, in Würde zu sterben, kämpfen. Deshalb hat die 29-Jährige auch den "Britanny Maynard Fund" ins Leben gerufen. "Ich habe diese Kampagne nicht gestartet, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Eigentlich ist es sogar sehr schwer für mich, das alles zu verarbeiten. Vielmehr möchte ich eine Welt erreichen, in der jeder in Würde sterben kann, der es möchte", erklärt die junge Frau auf ihrer Kampagnen-Seite im Internet und bittet um Unterstützung. "Weil mir die Zeit davonläuft, hoffe ich, ihr setzt meine Arbeit fort."

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