10.10.2014 09:25 |

Streit eskaliert

Debatte um Homosexuellen-Ehen spaltet Italien

In Italien eskaliert der Streit um in Ausland geschlossene Homosexuellen-Ehen, die von einigen Gemeinden in den Standesämtern registriert wurden. Der Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia will jetzt sieben im Ausland verheiratete gleichgeschlechtliche Paare in das kommunale Register der Partnerschaften eintragen lassen. Dagegen wehrt sich Italiens Innenminister Angelino Alfano heftig.

Der Innenminister hat diese Woche die Annullierung der im Ausland geschlossenen Homosexuellen-Ehen verlangt, die in den Standesämtern einiger Gemeinden in Italien registriert wurden. In Italien gebe es kein verbrieftes Recht auf gleichgeschlechtliche Ehen. Daher könnten homosexuelle Paare nicht ins amtliche Eheregister eingetragen, auch wenn sie in einem anderen EU-Land geheiratet haben, in dem Homosexuellen-Ehen vorgesehen sind.

Der Fall sorgt für heftige Debatten in Italien. Der Turiner Bürgermeister Piero Fassino, Präsident des Gemeindeverbands ANCI, forderte ein Treffen mit Regierungschef Matteo Renzi, um den Fall zu regeln. Solidarisch mit Alfano erklärten sich dagegen katholische Familienverbände.

Homosexuelle Partnerschaften nicht anerkannt
In Italien werden gleichgeschlechtliche Partnerschaften vom Staat nicht anerkannt. Auch Kinder dürfen von homosexuellen Paaren nicht adoptiert werden - weder gemeinsam noch einer der beiden Partner das leibliche Kind des anderen. Allerdings werden die Rechte von Lesben und Schwulen immer wieder diskutiert.

Nachdem sich im November 2012 ein 15 Jahre alter Homosexueller das Leben genommen hatte, ging ein Aufschrei durch das Land. Umfragen zufolge würde die Mehrheit der Italiener die Anerkennung homosexueller Partnerschaften befürworten. Bisher scheiterten jedoch entsprechende Vorstöße der Politik - auch an der Ablehnung der katholischen Kirche.

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