Kein Notruf

Schwarzarbeit kostet 59-Jährigen das Leben

Österreich
09.10.2014 15:14
Entsetzen nach dem Tod eines 59-jährigen Ungarn: Der Maler ist bei Schwarzarbeiten in Aspang-Markt in Niederösterreich von einer Leiter gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Statt den Notruf zu wählen - der Chef soll es verboten haben -, kutschierte ein Kollege das Opfer im Firmenauto rund 90 Kilometer in ein Spital jenseits der Grenze. Der Patient starb später während der Notoperation.

"Sie hätten ihn nach dem Sturz nicht bewegen dürfen. Sie haben ihn auf dem Gewissen!", so die Freundin des Opfers in einem Interview. In der Früh hatte sich der 59-Jährige von ihr verabschiedet - ein Gelegenheitsjob in Aspang-Markt hatte auf den gelernten Maler gewartet. Es war das letzte Mal, dass die Frau ihren Liebsten lebend sah.

Verletzten in weit entferntes Spital gebracht
"Am Nachmittag hat das Telefon geläutet. Man hat mir gesagt, dass mein Mann im Spital von Szombathely ist und operiert wird." Eine OP, die der Mann nicht überlebte - der Eingriff kam zu spät. Neben mehreren Brüchen hatte der Ungar auch zahlreiche innere Verletzungen.

Rasche Hilfe hätte ihm wahrscheinlich das Leben gerettet - doch statt noch am Unglücksort den Notruf zu wählen, wurde das Opfer in den Firmenwagen getragen und rund 90 Kilometer - mehr als eine Stunde Fahrzeit - bis über die Grenze verfrachtet.

Kollege: Chef verbot, den Notruf zu wählen
Sein Chef habe ihm verboten, die österreichischen Einsatzkräfte zu rufen - sagte der Kollege des Toten später bei der Polizei aus. Die Schwarzarbeit hätte nicht auffliegen sollen. Die Ermittlungen laufen.

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