Beamter nun angeklagt

Verliebter Polizist ließ Strafzettel verschwinden

Steiermark
13.07.2026 08:00

Bei einer Verkehrskontrolle in Graz flogen zwischen einem Polizisten und einer Autolenkerin offenbar die Funken. Vor lauter Schmetterlingen im Bauch ließ er ihren Strafzettel verschwinden – was ihm eine Anklage wegen Amtsmissbrauchs eingebracht hat.

Einmal zu viel trat am 1. April dieses Jahres eine Steirerin in einer Straße im Bezirk Graz-Straßgang ins Gas – erlaubt gewesen wären nur 30 km/h. Kurz darauf wurde sie von einem Polizisten runtergewunken, dem nicht zu scherzen zumute war – zumindest vorerst. Er führte die von vielen Fahrern gefürchtete Lenker- und Fahrzeugkontrolle durch und brummte der Frau 20 Euro fürs zu rasante Fahren auf. Die konnte die Dame aber nicht berappen, da sie kein Bargeld bei sich trug und ihre Bankomatkarte gesperrt war. Also stellte er ihr ein bargeldloses Mandat aus.

Wegen Amtsmissbrauchs angeklagt
Die Frau dürfte ihm jedoch die Augen verdreht haben. Denn wenig später googelte er ihren Namen und fand so tatsächlich ihre Handynummer heraus! Warum? Weil er sich „Schriftverkehr“ mit ihr erhoffte – was auch durchaus wörtlich zu nehmen war, wie er in seiner späteren Einvernahme preisgeben sollte. Und den bekam er auch.

Die beiden schrieben hin und her, bis sie fragte, ob es nicht möglich sei, den Strafzettel verschwinden lassen zu können. Der Polizist bejahte und nahm den Behördenschrieb, noch ehe er an die zuständige Stelle weitergeleitet werden konnte, aus der dafür parat liegenden Mappe.

Das schlechte Gewissen meldete sich aber, und er wollte den Zettel wieder zurücklegen. Doch bevor das passieren konnte, war es bereits zu spät – er war aufgeflogen und suspendiert! Wie Barbara Schwarz, Sprecherin des Straflandesgerichts, bestätigt, ist er wegen Amtsmissbrauchs angeklagt.

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