Telefonanlage gehackt

Sündteure Ferngespräche nach Afrika und Russland

Niederösterreich
09.07.2026 17:58

Ein Wiener Neustädter Rechtsanwalt wurde kürzlich Opfer eines Hackerangriffs auf seine Telefonanlage. Unbekannte führten offenbar Hunderte kurze Gespräche nach Russland, Algerien und Simbabwe. Die Folge: eine Telefonrechnung von rund 2400 Euro – statt der üblichen 140 Euro.

Bereits am 11. Mai wurde der Anwalt von einem vermeintlichen A1-Mitarbeiter über verdächtige Auslandsgespräche informiert. Weil die Hotline den Mitarbeiter jedoch nicht kannte, hielt man den Anruf für Fake – und eine bereits eingerichtete Auslandssperre wurde wieder aufgehoben. Danach gingen die mysteriösen Anrufe jedoch weiter.

Am Pfingstmontag erlebte der Jurist den Spuk persönlich: „Das Telefon aktivierte sich scheinbar von allein, aus dem Hörer war eine chinesische Tonbandansage zu hören“, schildert der Anwalt. Und mit der Maiabrechnung kam dann das böse Erwachen: Mehr als 400 kurze Verbindungen ins Ausland schienen auf und wurden ihm auch verrechnet.

Normalerweise bezahlt der Anwalt etwa 140 Euro im Monat. Im Mai sollten es plötzlich rund 2400 ...
Normalerweise bezahlt der Anwalt etwa 140 Euro im Monat. Im Mai sollten es plötzlich rund 2400 Euro sein.(Bild: ZVG Privat)

A1 sieht keinen Fehler, bietet aber Kulanz an
Auf Rückfrage bei A1 erhielt der Anwalt die Antwort: „Es wurden keine Fehler seitens A1 festgestellt und diese Verbindungen wurden richtig verrechnet“, heißt es dazu. Man empfehle, die Software der Anlage zu aktualisieren, um allfällige Sicherheitslücken zu schließen.

Der Anwalt betont jedoch, sämtliche Sicherheitsmaßnahmen wie Firewall und Virenschutz um teures Geld installiert zu haben. Er betont auch, dass nur die Telefonanlage gehackt wurde und seine Kundendaten absolut sicher seien.

Für Auslandsgespräche ist seine Telefonanlage jetzt noch immer gesperrt. „Was für mich sehr mühsam ist, weil ich auch Klienten aus Holland, Belgien und Deutschland habe“, so der Anwalt.

Zitat Icon

Von A1 bekomme ich keinerlei Unterstützung, wie ich mich künftig schützen soll.

Der betroffene Anwalt aus Wiener Neustadt

Auf Anfrage bei A1 heißt es dazu: „A1 stellt lediglich die Verbindungen zum Netz zur Verfügung, jedoch in diesem Fall nicht die Telefonanlage.“ Und man könne dafür keine Haftung übernehmen. „Dennoch werden wir dem Kunden ein kulantes Angebot machen.“

Der Anwalt hat mittlerweile Einspruch erhoben, die RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) eingeschaltet und wird auch Anzeige bei der Polizei erstatten.

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