„Das darf niemals passieren!“ Jetzt hat sich auch Ex-FIFA-Boss Joseph Blatter zur angeblichen Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump bei der Rot-Sperre des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun geäußert. Der frühere FIFA-Präsident kritisierte den Weltverband scharf.
„Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert. Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert – und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen wird –, stellt sich unweigerlich die Frage: Quo vadis, FIFA?“, schrieb Blatter bei X.
„Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden“, führte der langjährige FIFA-Präsident vor dem WM-Achtelfinale zwischen den USA und Belgien (Dienstag, 2 Uhr MESZ/live im sportkrone.at-Ticker) aus.
Der Fußball-Weltverband FIFA hatte die Rot-Sperre von US-Torjäger Folarin Balogun aufgehoben. Der 25-Jährige hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic gelandet war.
Wird Gastgeber bevorzugt?
Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen und Druck ausgeübt haben, die Sperre zu überprüfen.

Die überraschende Entscheidung hatte international viel Kritik und zahlreiche Fragen aufgeworfen. Die Chancen der Amerikaner auf den Viertelfinal-Einzug steigen durch die Möglichkeit, den besten Stürmer des Teams doch einsetzen zu können.
Schmidt fordert Aufklärung
Auch Österreichs Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt fordert Aufklärung. „Dass der US-Präsident ernsthaft versucht, in das Spielgeschehen einer Fußball-WM einzugreifen, ist schon für sich gesehen absurd. Dass er damit aber auch noch Erfolg hat, ist ein unglaublicher Tabubruch. Regeln müssen für alle gelten, und das Spiel muss auf dem Rasen entschieden werden und nicht im Oval Office“, schrieb sie in einer Pressemitteilung.
„Wenn das so weitergeht, wird aus der Fußball-WM eine durchgescriptete Reality-Show, wo schon vor Spielbeginn feststeht, wer wie viel Tore schießt.“ Es sei an der Zeit, dass sich der europäische Fußball auf die Hinterfüße stelle und für eine integre Führung der FIFA sorge.
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