Schwere Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft Graz gegen einen Schönheitschirurg aus der Steiermark – der Arzt, der bereits vorbestraft ist, weil er Patientinnen verstümmelte, soll auch deren Unterschriften gefälscht haben.
„Ich bin total verpfuscht worden“, klagte im Vorjahr eine Steirerin der „Krone“ und meinte damit ihren Schönheitschirurgen. Er entfernte ihr Brustimplantate, straffte Brust und Bauch und legte ihre Ohren an. Doch die OP des steirischen Arztes ging – wie bereits bei mehreren Patienten – völlig daneben! An beiden Brüsten entwickelten sich Nekrosen, ein Ohr steht weiterhin ab, bei der Fettabsaugung entfernte er zu viel Haut. Spannungsfalten und große Narben entstellen ihren Körper seitdem.
„Ich bin froh, überhaupt noch am Leben zu sein“
Bereits zweimal wurde Daryoush Parvizi rechtskräftig wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt – einer Steirerin durchstach er bei einer Fettabsaugung zehnmal den Darm, ein normales Leben ist ihr nicht mehr möglich. „Ich muss froh sein, überhaupt noch am Leben zu sein, nur den Ärzten der Plastischen Chirurgie am LKH Graz ist das zu verdanken“, berichtete die Mutter, die ihr Leben lang unter den Folgen leiden wird, der „Krone“.
Schon im Zuge der strafrechtlichen Verhandlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung am Straflandesgericht Wiener Neustadt in den Jahren 2020 und 2022 kam der Verdacht auf, der Mediziner könnte Aufklärungsbogen und Einwilligungserklärungen manipuliert haben. Es entstand der Eindruck, dass „der Angeklagte es mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt und seine Aufzeichnungen unter Umständen nachträglich zu seinen Gunsten manipuliert haben könnte“, wurde im Protokoll festgehalten.
Nun steht er tatsächlich wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs vor dem Strafrichter in Graz. Denn er soll oben genannte Steirerin im Vorfeld der Eingriffe nicht über sämtliche Risiken aufgeklärt haben. Um aber das Gegenteil vor dem zuständigen Zivilgericht zu belegen, legte er zwar die nötigen Unterlagen – Aufklärungs- und Einwilligungsbögen – vor, samt Patienten-Unterschriften. Was die Frau völlig schockte, denn sie beharrte, nie etwas Derartiges bei ihm unterfertigt zu haben!
Land Steiermark sieht „Gefahr in Verzug“
Ihre Anwältin Karin Prutsch-Lang verfasste daraufhin eine dementsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Graz. Diese setzte einen graphologischen Gutachter ein, der zum Schluss kam, dass die Unterschriften der Frau tatsächlich gefälscht sein dürften – durch Kopie oder Pausung. Es folgte eine Anklage wegen schweren Betrugs, ein erster Verhandlungstermin hat bereits stattgefunden.
Ich hoffe, dass es keine weiteren Geschädigten mehr gibt und das Berufsverbot zumindest dieses Mal aufrecht bleibt.

Anwältin Karin Prutsch-Lang
Bild: Christian Jauschowetz
Zudem wurde Daryoush Parvizi erneut mit einem Berufsverbot für seine Grazer Ordination belegt – wegen „Gefahr in Verzug“ und „Wahrung des öffentlichen Wohls“, wie im Bescheid des Landes Steiermark festgehalten ist – der Grund, wieso die „Krone“ auch den Namen des Verdächtigen nennt. In der Begründung steht ebenfalls geschrieben, dass er vermutlich „über einen bereits sehr langen Tathandlungszeitraum (...) seiner ärztlichen Aufklärungs- und Dokumentationspflicht“ nicht nachgekommen sei.
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