Tipps, wenn´s brennt

Rot und schmerzhaft: Was tun bei Sonnenbrand?

Mit jedem Sonnenstrahl steigt auch die Belastung durch UV-Strahlung. Wer auf ausreichend Sonnenschutz verzichtet, riskiert nicht nur verschiedene Arten von Hautkrebs, sondern auch vorzeitige Hautalterung und Augenkrankheiten. Manchmal passiert es dennoch, dass man seine Haut „verbrennt“. Wie Sie dann vorgehen sollten.

„Leider gibt es keine speziellen Medikamente, welche die Haut schneller heilen lassen oder den Sonnenbrand rückgängig machen können. Die gute Nachricht: Sonnenbrand heilt normalerweise von selbst innerhalb einiger Tage“, gibt der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté, zu Bedenken. „Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Beschwerden zu lindern.“

Bei leichtem bis mäßigem Sonnenbrand kommt es typischerweise zu Symptomen, wie Rötung, Hitzegefühl, Berührungsempfindlichkeit und manchmal auch leichte Schwellungen. Kalte Umschläge oder kühle Bäder lindern das Brennen.

Pflegeprodukte wie Calamin-Lotion oder Aloe-Vera-Gel beruhigen die Haut. Fettige Cremes wie z. B. eine Mischung aus flüssigem und weichem Paraffin (50:50) spenden Feuchtigkeit. Blasen auf keinen Fall aufstechen! Wenn sie von selbst aufgehen, die Stelle vorsichtig mit milder Seife reinigen und mit feuchten Verbänden abdecken (zum Beispiel mit Kochsalzlösung).

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Bei starkem Sonnenbrand mit großen Blasen, starken Schmerzen oder Allgemeinbeschwerden, wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit/Erbrechen oder Dehydrierung zum Arzt

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner in Wien 

„Schmerz und Entzündung können mit entzündungshemmenden Tabletten behandelt werden. Am besten gleich bei den ersten Symptomen anfangen und 1-2 Tage durchgehend nehmen“, erklärt der Vorsorgeexperte. Da diese Medikamente Nebenwirkungen haben, sollten Sie deren Einnahme mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abstimmen. Auch in Ihrer Apotheke können Sie sich  beraten lassen.  Es gibt allerdings nur wenige Studien zur Wirksamkeit dieser Medikamente bei Sonnenbrand, aber viele Betroffene berichten vor allem bei frühzeitigem Beginn von einer Besserung. 

Sonnenschutz ist wichtig!

Beim Sonnenschutzmittel ist es wichtig, auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor (LSF) für den individuellen Hauttyp zu achten. Als Faustregel gilt ein Teelöffel Sonnencreme pro Körperteil. Besonders gefährdete Stellen wie Nasenrücken, Lippen, Ohren, Hände und Unterarme sollten gründlich eingecremt werden. Außerdem alle zwei Stunden erneut auftragen, besonders nach dem Schwimmen.

Kortison sollte nicht aufgetragen werden
Kortisoncremes sollte man vermeiden. Obwohl sie oft verwendet werden, gibt es kaum Beweise, dass sie wirklich helfen. Studien zeigen, dass sie kaum einen Unterschied machen, wenn sie erst nach dem Sonnenbrand aufgetragen werden. Entzündungshemmendes Gel kann zwar helfen, verursacht aber manchmal Hautallergien oder Sonnenallergien.

Vitamin D trotz Sonnenschutz

Viele Menschen befürchten, dass konsequenter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor die Vitamin-D-Bildung verhindert. Studien haben jedoch belegt, dass selbst Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ die UV-Strahlung nicht vollständig abschirmt. Rund zwei Prozent der UVStrahlen erreichen weiterhin die Haut, dies gilt als ausreichend.

„Bei starkem Sonnenbrand mit großen Blasen, starken Schmerzen oder Allgemeinbeschwerden, wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit/Erbrechen oder Dehydrierung (zu wenig Flüssigkeit im Körper) sollten Sie sofort zum Arzt gehen! In diesen Fällen kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein – mit Infusionen und stärkeren Schmerzmitteln“, warnt der Arzt.

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