In ein schweres Gewitter geraten und vom Weg abgekommen: Ein 34-jähriger Alpinist aus Deutschland forderte Tiroler Bergretter und eine Hubschraubercrew im Tannheimer Tal (Bezirk Reutte).
Gleich zwei Touren wollten zwei deutsche Bergsteiger, die am Gimpelhaus im Tannheimer Tal bei Nesselwängle stationiert waren, am Dienstag unternehmen. Nach der Besteigung der Roten Flüh am Morgen brach der 34-Jährige noch über den Klettersteig zur Köllenspitze (2238 m) auf. Der andere Sportler blieb hingegen am Gimpelhaus.
Steig nicht mehr gefunden
Laut Polizei erreichte der Deutsche dann gegen 14 Uhr den Gipfel und wollte daraufhin über die Nesselwängler Scharte Richtung Norden ins Reintal absteigen. Dorthin kam er aber nicht. Denn der Mann geriet in ein Gewitter und fand dann den Steig nicht mehr. Er steckte fest!
Hüttenwirt schlug Alarm
Weil der 34-Jährige nicht zurück ins Gimpelhaus kam und sich auch nicht telefonisch meldete, schlug der Hüttenwirt schließlich am Abend Alarm.
Wir haben eine Suchaktion gestartet und das Drohnenteam der Bergrettung Tannheim und Reutte alarmiert.
Marcel Perktold, Ortsstellenleiter Bergrettung Nesselwängle/Grän
„Wir haben in der Folge eine Suchaktion gestartet“, sagt Marcel Perktold, Ortsstellenleiter der Bergrettung Nesselwängle/Grän im Gespräch mit der „Krone“. Wegen der Witterung konnte zunächst kein Hubschrauber fliegen, die Bergrettung schickte drei Suchtrupps in das betroffene Gebiet. „Wir haben außerdem das Drohnenteam der Bergrettung Tannheim und Reutte alarmiert“, schildert Marcel Perktold weiter.
Lichtzeichen gesehen
Gegen 21 Uhr nahm der Wirt der Otto-Mayr-Hütte im Reintal Lichtzeichen im Bereich des Normalwegs zur Köllenspitze wahr. „Es dauerte anschließend nicht lange, ehe die Drohnenkameras den Vermissten entdeckten“, so Perktold.
Der 34-Jährige kauerte – eingehüllt in eine Rettungsdecke – im Gelände. Perktold: „Er hatte telefonisch nicht auf sich aufmerksam machen können, weil es dort im Reintal überhaupt keinen Handyempfang gibt.“
Notarztheli RK-2 barg den Deutschen mit Seilwinde
Das Wetter hatte sich inzwischen deutlich gebessert, sodass der Notarzthubschrauber RK-2 den völlig durchnässten, aber unverletzten Deutschen mit der Seilwinde bergen konnte.
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