"Große Ideen fehlen"

Bundesheer: So hart ist der neue Sparbefehl

Österreich
20.09.2014 15:30
Kaum neue, kreative Finanzierungsideen, sondern noch mehr Spardruck auf die echten Profis im Bundesheer: Die "Krone" hat erste Informationen zum 150-seitigen Reformkonzept. Minister Gerald Klug will noch bis Freitag am Papier arbeiten, einige "politische Eingriffe" sind noch geplant.

Und noch bevor der Verteidigungsminister das beim Generalstab in Auftrag gegebene Sparkonzept vorstellen kann, kommt bereits Kritik aus den Reihen hochrangiger Offiziere: "Das Papier überrascht nicht mit großen neuen Ideen."

Vielmehr sei fix: Erneut wird bei den "schweren Waffen" (also bei der Panzertruppe und somit bei bestens geschulten Profis) gespart. Erneut werden Absichtserklärungen zu lesen sein, den Fahrzeugbestand weiter zu verkleinern. Und erneut wird erklärt, dass der Verkauf von Kasernen noch mehr Geld bringen soll.

Der neue Sparbefehl treffe das Heer "wirklich hart", kritisieren besorgte Offiziere: "Hier wird der falsche Weg eingeschlagen, da wird eine Institution der Republik ruiniert. Und: Die Politik hat es noch nie gedankt, wenn sich das Heer mit noch weniger Budget durchgewurschtelt hat." Vielmehr sei es in Zeiten neuer europäischer Krisen "unverantwortlich", bei der Sicherheit zu sparen: "Der Minister muss sich entscheiden, ob er für die Truppe oder für seine Karriere arbeitet."

Übrigens: Weil das Beamten-Dienstrecht Reformen verhindert, sind beim Personal des Heeres erneut kaum Einsparungen möglich. So hat die 30.000-Mann-Truppe jetzt 2.800 Offiziere und 159 Befehlshaber im Generalsrang. 1914 hatte die k.u.k.-Armee (1,8 Millionen Mann) 331 Truppenführer.

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