Mo, 16. Juli 2018

Terrorangst in NY

17.09.2014 13:34

IS ruft "einsame Wölfe" zu Anschlägen in USA auf

Während die US-Regierung im In- und auch im Ausland weiter um Rückhalt im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat bemüht ist, hat ein Bericht in den USA jetzt die Angst vor neuen Anschlägen angeheizt. Wie das Nachrichtenportal "Vocativ" berichtet, sollen die Dschihadisten ihre Anhänger in Online-Foren zu Rohrbomben-Attacken in den USA aufgefordert haben. "Wir sind sehr besorgt", ist New Yorks Polizeichef William Bratton alarmiert. Der IS drohte indes in einem neuen Video mit dem Titel "Flammen des Krieges" erneut mit Widerstand im Irak.

Hatte erst vor wenigen Wochen die einstmals gefürchtete, aber zunehmend an Einfluss verlierende islamistische Terrororganisation Al-Kaida erneut zu Anschlägen in den USA aufgerufen, scheinen die Extremisten des IS nun nachzuziehen. Die Dschihadisten fordern laut "Vocativ" ihre Sympathisanten in den Vereinigten Staaten zu Anschlägen auf US-Ziele mit selbst gebastelten Rohrbomben auf.

Aufruf zu Anschlägen an "einsame Wölfe in Amerika"
Eine Anleitung zur Herstellung von Rohrbomben werde demnach seit einigen Wochen verstärkt auf einschlägigen IS-Internetforen verbreitet, hieß es in dem Bericht. Angesprochen werden sollen damit "einsame Wölfe", wie aus dem Titel der auf Arabisch verfassten Anleitung, aus der das Nachrichtenportal zitierte, hervorgeht: "An die einsamen Wölfe in Amerika: Wie man eine Bombe in der Küche bastelt, um für Szenen des Horrors an Touristen-Hotspots und anderen Zielen zu sorgen."

Als mögliche Ziele der Extremisten werden dabei unter anderem der bei Touristen beliebte Times Square in New York, der "Strip", also die Casino-Meile in Las Vegas, sowie Ziele in Texas und Bahnhöfe in anderen US-Metropolen genannt. Dazu wird eine Liste mit leicht erhältlichen Zutaten wie Streichholz-Köpfen und Zucker veröffentlicht sowie Fotos, wie man sie zu einer Rohrbombe mischt. Die Zutaten seien leicht zu besorgen und nur schwer durch Polizeispürhunde zu erschnüffeln, wird betont.

Bauanleitung stammt aus Al-Kaida-Magazin
Die Originalvorlage der Bauanleitung stammt aus dem englischsprachigen Al-Kaida-Magazin "Inspire" aus dem Jahr 2010, mit dem Titel "Wie man eine Bombe in Mamas Küche baut", wie "Vocativ" unter Berufung auf Anti-Terror-Experten weiter berichtete. Mithilfe dieser Anleitung sollen etwa die Tsarnaev-Brüder im vergangenen Jahr ihre Bomben für den Anschlag auf den Boston-Marathon, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, gebastelt haben.

Die Aufforderung zu neuen Bombenanschlägen in den USA wurde dem Bericht zufolge bereits vor drei Wochen erstmals veröffentlicht und tauchte jetzt wieder auf - zur selben Zeit, als das Video von der grausamen Enthauptung des Briten David Haines vom IS ins Netz gestellt wurde.

New Yorker Polizeichef "sehr besorgt"
"Das ist das erste Mal, dass IS Internet-Foren zum Aufruf für Angriffe durch 'einsame Wölfe' in amerikanischen Städten benutzt", sagte New Yorks Polizeichef William Bratton, von Journalisten auf den "Vocativ"-Bericht angesprochen am Dienstag. Die Behörden seien demnach "sehr besorgt", New York sei immerhin das Terrorziel Nummer eins der Welt. "Wir sind so gut darauf vorbereitet wie irgend möglich", so Bratton, der zugleich aber zu bedenken gab: "Die Realität ist, dass wir in einer neuen Ära der terroristischen Bedrohung leben. Das ist die Realität."

"Kampf hat erst begonnen": IS droht USA in neuem Video
Der IS drohte unterdessen in einem neuen Video den USA unverhohlen mit Widerstand im Irak. Der seit Diensag im Internet verbreitete Kurzfilm trägt den Titel "Flammen des Krieges". Er zeigt Bilder von Dschihadisten, die Panzer beschießen und zerstören. Zu sehen sind zudem US-Soldaten, unter anderem wie sie einen Verwundeten wegtragen.

Auch US-Präsident Barack Obama wird eingeblendet. Er sagt in einem Ausschnitt, US-Kampftruppen würden nicht in den Irak zurückkehren. Der 52 Sekunden lange Clip endet mit der Einblendung "Der Kampf hat erst begonnen". Das Video wird als "Trailer" bezeichnet - mit solchen Kurzfilmen wird normalerweise Werbung für neue Kinofilme gemacht.

Zahlreiche Versionen des Videos, das unter anderem auf YouTube gepostet wurde, wurden bis Mittwochnachmittag wieder aus dem Netz entfernt. Jedoch wird der Clip mit dem englischen Titel "Flames of War" zugleich von weiteren Nutzern immer wieder aufs Neue hochgeladen.

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