Politischer Hitzepol. 36 bis 37 Grad – nein, Graz wird heute, was die Hitze betrifft, voraussichtlich nicht einmal die heißeste Stadt Österreichs. Was die Politik betrifft, wird die zweitgrößte Stadt Österreichs heute aber gewiss zum Hitzepol. Das liegt vor allem daran, dass die Gemeinderatswahl in der stark gewachsenen südlichen Metropole der einzige größere planmäßige Urnengang in diesem Jahr ist – sieht man von der Gemeindewahl im viel kleineren St. Pölten im Jänner ab. In der steirischen Landeshauptstadt dürfen heute immerhin fast so viele Menschen wählen wie sonst in den Bundesländern Vorarlberg oder Burgenland. Und dennoch werden die Bundesvertreter jener Parteien, die in Graz mies abschneiden, wie in solchen Fällen gewohnt, betonen, dass aus der Niederlage keine Schlüsse auf die Bundespolitik zu ziehen wären.
Heiße Zeiten. Sollten also heute ÖVP und SPÖ in Graz weiter verlieren – dann wird das nach außen hin mit der Regierungspolitik natürlich in keinerlei Zusammenhang stehen… Wenn gleichzeitig die seit fünf Jahren regierende KPÖ mit Bürgermeisterin Kahr einerseits und andererseits auch die FPÖ zulegt – dann ist das in Sachen Kommunisten sicher ein Grazer Phänomen. Aber für die Ex-Großparteien ÖVP und SPÖ ein weiterer Alarm, dass ihnen ganz Temperatur-unabhängig in Wien und im Rest Österreichs heiße Zeiten bevorstehen.
Kommen Sie gut durch den Sonntag!
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