Eine Woche lang drehte sich bei der ProPlanet-Week in St. Pölten alles um Natur und Umwelt. Doch der Auftakt war von einem Protest überschattet. Eine Bürgerplattform wollte die Veranstaltung nutzen, um das Fällen von Bäumen zu verhindern.
Workshops, Vorträge, Exkursionen und Mitmachaktionen: Mit der ProPlanetWeek rückte St. Pölten eine Woche lang Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität in den Mittelpunkt. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Institutionen beteiligten sich am umfangreichen Programm.
26 Bäume bald Geschichte?
Doch ausgerechnet der Auftakt der Klima-Woche mit einem Vortrag von Sigrid Stagl, Wissenschaftlerin des Jahres 2024, im Cinema Paradiso verlief nicht ganz im Sinne der Veranstalter. Grund dafür war das Erscheinen der Bürgerplattform „Pro St. Pölten“, die die Veranstaltung für einen Protest gegen das angekündigte Fällen von 26 Bäumen im Zuge der Sanierung der Heidenheimer Straße nutzen wollten.
„Ostblock-Methoden“
„Uns wurde der Eintritt zur Veranstaltung äußerst unhöflich verweigert, obwohl noch genug Plätze frei waren“, spricht Ulrike Nesslinger von „Ostblock-Methoden“.
Dem widerspricht hingegen Cinema-Paradiso-Geschäftsführer Alexander Syllaba. Von einem Zutrittsverbot könne keine Rede sein. Die Eröffnungsveranstaltung sei jedoch bereits seit drei Monaten ausverkauft gewesen. Die Reaktion einer Demonstrantin darauf bezeichnet Syllaba wiederum als überbordend und nicht freundlich. „Wir nehmen dies aber niemandem übel“, betont er. Man habe lediglich verhindern wollen, dass die anschließende Expertendiskussion gestört werde. Einige Mitglieder der Bürgerplattform durften dieser schließlich sogar beiwohnen, Zwischenfälle gab es dort keine.
Inzwischen hat die Bürgerplattform eine Online-Petition zur Rettung der Bäume gestartet. Sie wird aber wohl vergebens sein. Stadtchef Matthias Stadler hat im Zuge der Koalitionsklausur noch einmal betont, dass an der Maßnahme festgehalten werden müsse. „Es macht uns alle keine Freude, dass Bäume umgeschnitten werden. Aber die Straße muss saniert werden“, so Stadler. Zuletzt hat der Ornithologe festgehalten, dass auch keine Vögel dort brüten.
Kritik an „Protest-Tourismus“
Bürgermeister-Stellvertreter Walter Heimerl-Lesnik von den Grünen ergänzt, dass es sich dabei auch um eine Maßnahme zur Ökologisierung handle: „Die Häuser werden schließlich auch an das Fernwärmenetz angeschlossen.“ Die Straße werde zudem nicht baumfrei. „Es wird Nachpflanzungen geben“, so Heimerl-Lesnik, der gleichzeitig aber auch kritisch von einem „Protest-Tourismus“ spricht: „Keiner, der gegen die Fällungen protestiert hat, wohnt in der Heidenheimer Straße.“
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