Streit um Haltung

Tierschützer widersprechen Behörde nach Kontrolle

Vorarlberg
18.06.2026 15:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Nach einer Anzeige des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) kontrollierte eine Amtstierärztin unangekündigt jenen Bauernhof im Bezirk Bregenz, bei dem die Rinder knöcheltief im eigenen Kot stehen. Während die Behörden keine gravierenden Verstöße sehen, erhebt die Tierschutzorganisation weiterhin schwere Vorwürfe gegen den Betrieb.

Nachdem die Tierschützer den Betrieb gemeldet hatten, handelten die zuständigen Stellen rasch: Noch am selben Tag nahm die zuständige Landesangestellte den Hof genau unter die Lupe und prüfte, ob der Landwirt die gesetzlichen Vorgaben zum Tierschutz einhält, die Rinder gesund sind und wie der Bauer seinen Betrieb führt.

Vorgeschichte aus dem Jahr 2023
Der Hof ist für die Behörden kein unbeschriebenes Blatt. Bereits im Sommer 2023 gab es dort einen Vorfall, der ein Strafverfahren nach sich zog. Seitdem überwachten die Tierärzte den Hof engmaschig und sahen alle sechs Monate nach dem Rechten. Bisher waren die Ergebnisse dieser Kontrollen nach Angaben der Landesveterinärabteilung immer zufriedenstellend.

Auch bei der aktuellen Überprüfung entdeckte die Tierärztin keine schweren Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften: Der Stall sei nicht überbelegt, die Tiere hätten ausreichend Platz. Zudem sei die Einstreu überall trocken und reichlich vorhanden. Seitens der zuständigen Amtstierärztin seien aber zumindest „Verbesserungsaufträge“ ausgesprochen worden, heißt es in einer Stellungnahme des Landes. In den kommenden Wochen werde die Behörde erneut prüfen, ob der Landwirt diese Aufträge umsetzt.

Sandy Peng vom VGT fordert ein härteres Durchgreifen.
Sandy Peng vom VGT fordert ein härteres Durchgreifen.(Bild: Tigerlily Photography)

Peng: „Behörde muss endlich durchgreifen!“
Ganz und gar nicht einverstanden mit diesen Maßnahmen sind die Tierschützer des VGT. „Wer Tiere hält, hat sich immer um diese zu kümmern. Es ist nun das zweite Mal, dass Fotos und Videos dokumentieren, dass die Rinder in den eigenen Exkrementen leben müssen“, ärgert sich Sandy P. Peng vom VGT Vorarlberg. Sie zeichnet ein ganz anderes Bild vom Betrieb, denn nicht zuletzt würden Menschen aus der Region laufend über Missstände berichten.

„Schon 2023 hieß es, man hätte keine schwerwiegenden Verstöße gefunden – dennoch gab es ein Verwaltungsverfahren. Heute leiden die Tiere immer noch. Die zuständige Behörde muss endlich durchgreifen und den Fall ernst nehmen. Niemand würde es in Ordnung finden, einen Hund in den eigenen Fäkalien hausen zu lassen. Wir wünschen uns diese Einstellung auch gegenüber Rindern“, sagt die Tierschützerin. 

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