Delegation zu Besuch

Steirer strecken ihre Fühler nach Montenegro aus

Steiermark
18.06.2026 06:00

Wirtschaft, Forschung und Tourismus aus der Steiermark knüpfen diese Woche Kontakte in Montenegro. So will man sich rechtzeitig vor einem möglichen EU-Beitritt des Weltbalkanlandes 2028 in Stellung bringen.

Angeführt von Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) besucht dieser Tage eine rund 25-köpfige hochkarätige steirische Reisegruppe die Balkan-Republik. Diese sieht sich an vorderster Front der EU-Beitrittskandidaten und will in zwei Jahren Mitglied sein. „28 by 28“ lautet das Ziel – bis 2028 der 28. EU-Staat zu werden. Dazu gab es erst vor zwei Wochen mit einem groß angelegten Gipfel „das größte diplomatische Ereignis seit der Unabhängigkeit“, sagt Österreichs Botschafter Christian Steiner beim Empfang der Steirer am Flughafen in der Hauptstadt Podgorica.

Wettlauf um lukrative Aufträge
Diesen guten Wind will die Steiermark nützen, schließlich herrscht auch unter den österreichischen Bundesländern eine gewisse Konkurrenzsituation bei den Investitionen im 600.000-Einwohner-Land. Dieses schöpft einen erklecklichen Teil seiner Wirtschaftsleistung aus dem Tourismus, hat an anderer Stelle aber Nachholbedarf.

Großes Interesse herrsche etwa am steirischen Know-how bei erneuerbarer Energie, erklärt Khom. Firmen wie Saubermacher haben längst mehr als nur einen Fuß in der Tür, nun wollen andere nachziehen. Mit Kotor hat man auch einen möglichen montenegrinischen Partnerhafen für das Cargo Center in Werndorf ins Auge gefasst, nachdem die Verbindungen ins slowenische Koper immer stärker ausgelastet sind.

Von Green Tech bis Holz
Andere Branchen sind etwa durch die Touristiker aus Bad Gleichenberg, eine Abordnung der FH Joanneum und das Talentcenter der Wirtschaftskammer vertreten. Auch Institutionen wie das Internationalisierungscenter Steiermark, Green Tech Valley oder der Holzcluster sind an Bord.

Politischer und wirtschaftlicher Austausch in der repräsentativen Vila Gorica in Montenegros ...
Politischer und wirtschaftlicher Austausch in der repräsentativen Vila Gorica in Montenegros Hauptstadt(Bild: Land Steiermark/Binder)

„Win-win“ für Steirer und künftige EU-Partner
Grundlage für den vertieften Austausch soll ein Partnerschaftsabkommen der Steiermark mit Montenegro sein, das Khom und Vizepremier Nik Gjeloshaj am Mittwoch unterzeichneten. „Die Politik hat die Tür geöffnet“, sagt Khom, nun liege es an der Wirtschaft, das Abkommen mit Leben zu füllen. Dass Montenegros EU-Bemühungen wie gewünscht 2028 belohnt werden, hält sie für realistisch. Dann ergebe sich für die Steiermark erst recht eine „Win-win-Situation“, für die dieser Tage die Basis gelegt wird.

Die Reise nach Montenegro wurde vom Land Steiermark ermöglicht.

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