Eine in Vorarlberg lebende Russin soll ihre jüngste Tochter jahrelang misshandelt haben. Die Frau musste sich am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch dafür verantworten.
Mit erschütternden Schilderungen haben die Kinder einer 58-Jährigen am Landesgericht Feldkirch schwere Vorwürfe gegen ihre Mutter erhoben. Für die mittlerweile 17-jährige Tochter habe es regelmäßig Ohrfeigen gegeben, später seien die Übergriffe immer brutaler geworden. „Irgendwann“ habe die Mutter sie sogar etwa einmal im Monat mit der Faust geschlagen. Auch ein Vorfall, bei dem sie mit einer Zigarette erwischt worden sei, sei nicht bei einer Ermahnung geblieben: Laut Tochter schlug die Mutter damals ebenfalls mit der Faust zu.
Auch der als Zeuge geladene Sohn bestätigte Gewalttaten in der Familie. Er sprach vor allem von „psychischer Gewalt“ durch die Mutter. Nach seinen Angaben hätten die Eltern sogar Stöcke gesammelt und diese gezielt nach Größe und Gewicht ausgewählt, um die Kinder damit zu bestrafen. Zwar sei die Gewalt des Vaters schlimmer gewesen, doch auch die Mutter habe sich regelmäßig an Misshandlungen beteiligt.
Langjährige Haftstrafe ausgefasst
Die Angeklagte selbst zeichnete vor Gericht ein völlig anderes Bild. Die Beziehung zu ihrer Tochter sei „freundschaftlich“ gewesen. Sie habe manchmal geschimpft und ihre Tochter einmal geschubst, als sie diese beim Rauchen erwischt habe. Sonst sei die Beziehung harmonisch gegeben. Für Gewalttaten machte die 58-Jährige ausschließlich den Vater verantwortlich.
Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Verena Wackerle glaubte jedoch den Aussagen der Geschwister. Die Richterin betonte, dem Sohn sei deutlich anzusehen gewesen, dass er von tatsächlichen Erlebnissen berichtete. Die Tochter habe den Vorfall mit der Zigarette geschildert, „als ob es nichts Besonderes wäre“.
Sieben Jahre Haft für die Mutter, die in Berufung gehen will. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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