Hilfe nach Hirntrauma

Seit 10 Jahren Stütze im Kampf zurück ins Leben

Niederösterreich
17.06.2026 09:00

Rundes Jubiläum: 14 Menschen mit schweren Hirnschädigungen werden derzeit in der Caritas-Einrichtung in Wiener Neustadt am Neuklosterplatz betreut. Mit Theraphien, abwechslungsreichen Beschäftigungen und viel Herz und Liebe sollen sie so in ein selbstbestimmtes Leben zurückfinden. 

Nach Unfällen oder Schädel-Hirn-Traumata stehen Betroffene oft vor einem völlig neuen Leben. In der Neuklostergasse in Wiener Neustadt erhalten sie nicht nur therapeutische und pädagogische Unterstützung, sondern auch die Chance, Schritt für Schritt wieder mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu gewinnen. „Und müssen nicht in ein Pensionistenheim abgeschoben werden“, so Christopher Kaspar, Leiter der Caritas-Einrichtung. Das Durchschnittsalter der 14 Klienten liegt derzeit zwischen Mitte 30 und 64 Jahren.

Sabine aus Ternitz hatte schweren Autounfall
Eine von ihnen ist die 56-jährige Sabine aus Ternitz. Im Jahr 2018 hatte sie einen schweren Autounfall. „Normalerweise bin ich immer mit dem Zug zur Arbeit gefahren, genau an diesem Tag war ich mit dem Auto unterwegs“, erinnert sie sich an den folgenschweren Unfalltag. Seit 2019 kommt sie in die Tagesstätte. Und sie ist gerne hier. „Mein Mann kommt mich oft besuchen und ich bin froh, dass unsere Ehe gehalten hat“, so Sabine. An den Unfall selbst kann sie sich nicht erinnern.

Die Einrichtung vereint Wohnen und Tagesbetreuung unter einem Dach. Die Bewohner werden rund um die Uhr begleitet, zusätzlich nutzen weitere Klienten die Tagesstruktur mit Ergo- und Physiotherapie sowie psychologischer Betreuung. Wie wichtig und vor allem wie beliebt das Angebot ist, zeigt ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre: Fünf der ersten Bewohner leben noch heute in der Wohngemeinschaft, zwei Klienten schafften sogar den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.

Gartenarbeit und auch Konzertbesuche
Weiters sorgen gemeinsame Ausflüge, Feste, Gartenarbeit und kreative Beschäftigungen dafür, dass Gemeinschaft und Lebensfreude nicht zu kurz kommen. Auch für Klientin Marion ist es ein Ort zum Innehalten und zum Glücklichsein. Erst kürzlich durfte sie mit ihren Betreuern ein „Bilderbuch-Konzert“ besuchen.

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