Der heimische Mobilfunkmarkt war 2015 bereits mehr als gesättigt. Dennoch wagte ein Weinviertler Familienunternehmen den mutigen Schritt und setzte alles auf eine Karte.
Grund dafür war ein Zeitungsartikel, der spusu Gründer Franz Pichler beim Frühstückskaffee ins Auge sprang. Darin wurde die Fusion von Orange und Hutchison Drei zum Thema gemacht. Um den Wettbewerb aufrechtzuerhalten, musste Drei ihr Netz für virtuelle Anbieter („MVNOs“) öffnen. Für Pichler war klar: Diese Gelegenheit will er mit seinem damals 20-köpfigen Technikunternehmen nutzen. Gesagt, getan.
Kaum jemand hätte damals darauf gewettet, dass der kleine Herausforderer langfristig gegen die großen, etablierten Telekomkonzerne bestehen würde.
Heute, elf Jahre später, surfen bereits über 700.000 Kunden in Österreich mit spusu - und auch international schreibt man Erfolgsgeschichte. Mittlerweile gibt es spusu bereits in Italien, Großbritannien und der Schweiz.
Mit Deutschland folgte nun ein weiterer großer Meilenstein. Gemäß der spusu Tradition startete der Mobilfunker dort am 15. Juni – und das mit weltmeisterlicher Unterstützung. Markenbotschafter ist nämlich die Fußballikone Bastian Schweinsteiger.
Kundenservice ohne Umwege
Der Kundenservice von spusu entwickelte sich früh zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor – weil er in der Telekombranche eine echte Seltenheit ist. Während viele Anbieter die Kundenbetreuung zunehmend auslagern oder durch KI austauschen, setzt das Familienunternehmen bewusst auf eigene, engagierte Mitarbeiter.
„Wenn ein Kunde bei uns anruft, hebt ein echter Mensch ab. Das klingt logisch, ist heutzutage aber leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr.“
Franz Pichler, Spusu Geschäftsführer
Wer anruft, erreicht das Service-Team in durchschnittlich 10 Sekunden. Alternativ kann man auch einfach eine kurze WhatsApp Nachricht schreiben.
Kernvorteil Technologie
Ein ganz wesentliches Alleinstellungsmerkmal von spusu ist das Mobilfunk-Kernnetzwerk. Als technisches Herzstück eines jeden Mobilfunkers steuert es die Verbindung zu anderen Netzen und dem Internet. Weltweit gibt es nur wenige Provider mit eigenem Kernnetzwerk, die meisten kaufen es von internationalen Großkonzernen zu. Das spusu Technik-Team hingegen hat diese Schlüsseltechnologie in Eigenregie entwickelt.
„So ersparen wir uns millionenteure Lizenzgebühren und können unseren Kundinnen und Kunden langfristig Premium-Qualität zu fairen Preisen bieten – ganz ohne Indexanpassung oder Servicepauschale“, betont Pichler.
Regional verwurzelt, international erfolgreich
spusu ist zu 100 Prozent eigentümergeführt, auf externe Investoren verzichtet der Mobilfunkanbieter, entgegen dem Branchentrend, ganz bewusst.
Während große Konzerne oft von Quartalszahlen und kurzfristigen Renditezielen getrieben werden, denkt man bei spusu langfristig: „Als Familienunternehmen planen wir nicht in Jahren, sondern in Generationen.“
Trotz internationalem Wachstum bleibt das Team um Franz Pichler auch regional verwurzelt – und ein Großteil der Wertschöpfung in Österreich. Mittlerweile zählt die spusu Familie über 300 Mitarbeiter.
„In all unseren Ländern verfolgen wir denselben Anspruch: beste Qualität zu fairen Preisen anzubieten und die Menschen glücklich zu machen. Unsere wichtigste Kennzahl ist die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Pichler weiter.
Elf Jahre nach dem Start zeigt spusu damit, dass Wachstum und Bodenständigkeit kein Widerspruch sein müssen – sondern vielleicht genau die Kombination sind, die aus einer österreichischen Idee eine internationale Erfolgsgeschichte machen.