Am Lech im Tiroler Außerfern brüten gefährdete Vogelarten und wachsen wunderschöne Orchideen. Der Naturpark ruft zur Rücksicht der Besucher auf – Beobachten ist aber möglich.
Jetzt sind Plätze am Wasser wieder besonders begehrt. Auch jene am Lech, eingebettet in die letzte Wildflusslandschaft im nördlichen Alpenraum. Kollisionen zwischen Naturschutz und Freizeitverhalten der Erholungssuchenden bleiben da nicht aus. Die Verantwortlichen des Naturparks betreiben aber mit Gespür für ein gedeihliches Miteinander Aufklärung. Rücksichtnahme ist derzeit wieder besonders gefordert.
Denn auf den Schotterinseln des Wildflusses brüten zwei der seltensten heimischen Brutvogelarten: Der Flussuferläufer und der Flussregenpfeifer. Beide Arten stehen auf der Roten Liste Österreichs und sind eng an naturnahe Wildflusslandschaften gebunden. Erhebungen zeigen, dass rund 30 Prozent der Flussuferläufer und etwa 90 Prozent der Flussregenpfeifer Tirols am Lech brüten.
Wer ein scharfes Auge und viel Geduld mitbringt, kann die seltenen Vögel beobachten.
Nora Schneider, Naturpark-Geschäftsführerin
In der Brutzeit bestimmte Gebiete meiden
„Damit kommt der Region eine besondere Verantwortung zu“, betont Naturpark-Geschäftsführerin Nora Schneider. In der Brutzeit (Anfang April bis Ende Juli) gilt es, bestimmte Gebiete zu meiden. Der Naturpark hat dafür eine eigene Beschilderung angebracht. Darüber hinaus nimmt die Bergwacht das Brutgebiet vermehrt ins Visier. Für Vogelfreunde hat Schneider aber einen Tipp: „Wer ein scharfes Auge und viel Geduld mitbringt, kann die seltenen Vögel von den zwei Vogelbeobachtungshütten des Naturparks in Forchach und Häselgehr aus störungsfrei beobachten.“
Größtes Vorkommen im gesamten Alpenraum
Begutachten können Besucher derzeit auch den Frauenschuh in der Martinauer Au. Die Blütezeit hat begonnen. Im Lechtal befindet sich der größte Bestand dieser streng geschützten Orchideenart im Alpenraum. Zu Fuß oder mit dem Rad kann man am Blumenmeer vorbeiwandern. Auch dabei appelliert der Naturpark an die Vernunft. „Bitte nicht pflücken. Es hat keinen Zweck, sich Exemplare für daheim mitzunehmen. Der Frauenschuh wächst nur unter ganz speziellen Bedingungen“, erklärt Schneider.
Wer den Naturpark Lech besucht, hat jedoch die exklusive Möglichkeit, das Naturschauspiel echt und in Farbe zu bestaunen.
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