Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz haben die Armee angewiesen, Ziele der Hisbollah rund um Beirut anzugreifen. Zuvor waren die israelischen Bodentruppen im Libanon bereits vorgerückt. Viele Bewohnerinnen und Bewohner ergriffen die Flucht.
Die libanesische Armee versuchte an den Grenzen zu Beiruts Vororten, angesichts der vielen fliehenden Menschen den Verkehr zu leiten. Eltern holten so schnell wie möglich ihre Kinder aus Schulen in dem Gebiet ab, berichtete ein Bewohner. Ein anderer machte die Hisbollah und ihren Anführer Naim Kassim für die Lage verantwortlich. „Genug Schweigen. Wir halten das nicht mehr aus“, sagte er.
Netanyahu und Katz haben neue Angriffe auf „terroristische Ziele der Hisbollah“ in Beiruts Vororten angekündigt. Diese gelten als Hochburg der Terrormiliz, sind aber auch dicht bewohnt. Seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe verkündet wurde, griff Israels Armee dort seltener an. Dabei soll es sich laut Berichten um eine Forderung der US-Regierung handeln. Diese habe nun aber grünes Licht für neue Attacken gegeben, berichteten US-Regierungsvertreterinnen und -vertreter. „Wenn es im Norden keine Ruhe gibt, wird es auch in Beirut keine Ruhe geben“, sagte Katz. Die Hisbollah könne nicht israelische Orte und Israelis angreifen, während ihr Hauptquartier in Beirut verschont bleibe, sagte Netanyahu.
Meinl-Reisinger: „Besorgniserregend“
Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sprach von einer „besorgniserregenden“ Ausweitung der Offensive. „Die Ankündigung von Angriffen auf Beirut verurteilen wir scharf. Das ist ein massiver Bruch des Waffenstillstands und eine weitere Eskalation“, teilte sie in einer Aussendung mit. Die Sicherheit der österreichischen UNO-Streitkräfte habe „höchste Priorität“.
Bei einem israelischen Angriff in der Nacht auf Montag wurden im Südlibanon acht Menschen getötet und 19 weitere verletzt. Israels Armee meldete einen Soldaten, der bei einem Drohnenangriff der Hisbollah ums Leben kam. Die pro-iranische Hisbollah, die im Libanon auch ein maßgeblicher politischer Faktor ist, erkennt die Waffenruhe nicht an.
Iran sieht den Libanon als Bestandteil der Vereinbarung
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, die israelischen Angriffe im Libanon verzögerten auch den diplomatischen Prozess, um den Krieg zwischen den USA und dem Iran zu beenden. Eine Waffenruhe im Libanon sei ein integraler Bestandteil jeder Vereinbarung. Die US-Regierung hat laut einem Vertreter darauf gedrängt, dass die Miliz all ihre Angriffe auf Israel einstellt. Im Gegenzug würde Israel von jeglicher Eskalation in Beirut absehen, sagte er. Die Hisbollah fordert wiederum, dass Israels Armee die Angriffe zuerst einstellen müsse.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.