Mit dem Kopf genickt

Irans Polizei warf Lokalgästen „Satanismus“ vor

Ausland
01.06.2026 15:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weil es „satanistische Aktivitäten“ gefördert haben soll, haben die iranischen Behörden ein Lokal in Teheran geschlossen. Aufnahmen zeigten einen voll besetzten Raum, in dem Gitarre gespielt wird, und einige Lokalgäste im Takt der Musik mit dem Kopf nicken. Für die Polizei handelte es sich um „satanistische Bewegungen“.

In dem Lokal wurde laut Berichten Musik westlichen Stils gespielt. Im Iran unterliegt Musik strengen Zensurregeln, Tanzen kann als „unanständige Handlung“ bestraft werden. Bei Konzerten wachen daher Aufsichtspersonen im Publikum darüber, dass sich niemand rhythmisch zur Musik bewegt oder gar tanzt.

Der Vorwurf des Satanismus wird immer wieder gegen Musikgruppen und ihre Anhängerinnen und Anhänger vorgebracht. Besonders häufig betroffen sind Heavy-Metal-Bands. Diese Musikart wurde im Iran bereits 1979 verboten. „Konservative und rechtsgerichtete Kreise stellen Rock- und Heavy-Metal-Musik seit Langem als Ausdruck einer kulturellen Verunreinigung durch den Westen dar, manchmal sogar als ‘Satanismus‘“, sagte der Islamwissenschaftler Alireza Doostdar.

Auch Alkohol verboten
Einige Musikschaffende, darunter die Band Arsames, sind bereits aus dem Iran geflohen. In ihrem Fall hatte eine 15-jährige Gefängnisstrafe für die Verbreitung satanistischer Musik gedroht. Im Mai 2024 nahmen iranische Behörden sogar 261 Menschen bei einem angeblichen ‘Satanistentreffen‘ fest. Bei der Razzia wurden laut Berichten psychedelische Drogen und auch Alkohol, der in dem Land verboten ist, gefunden.

Trotzdem machen Heavy-Metal-Bands weiterhin Musik und geben manchmal sogar mit offizieller Genehmigung Konzerte. Ein Beispiel ist der Musiker Farshid Arabi. Das iranische Kulturministerium hat ihm vier Alben genehmigt. Heavy-Metal-Musik aus dem Iran vermischt oftmals heimische oder islamische Traditionen mit westlichen Elementen.

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