Handy & Co. lenken ab

Immer mehr Kinder auf steirischen Straßen verletzt

Steiermark
02.06.2026 08:00

Immer mehr Mädchen und Buben verletzen sich auf den steirischen Straßen. Handy und Kopfhörer sind mit schuld an dieser Entwicklung – sie senken die Aufmerksamkeit von Kindern. Erwachsene müssen wieder bewusster als Vorbilder vorangehen.

Das Smartphone ist wichtiger als die rote Ampel. Die Kopfhörer sind so laut, dass Autos und Straßenbahnen nicht gehört werden. Die Auswirkungen davon im turbulenten Straßenverkehr sind oft fatal.

Laut VCÖ wurden im Jahr 2025 in der Steiermark 469 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt. Das sind 81 Kinder bzw. 21 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Mehr verletzte Kinder wurden zuletzt im Jahr 2008 gezählt.

Handy und Kopfhörer lenken ab
Die hohe Gefährdung von Kindern im Verkehr hängt unter anderem damit zusammen, dass das vorausschauende Gefahrenbewusstsein erst mit etwa zwölf Jahren vollständig entwickelt ist. Dadurch werden Situationen oft falsch eingeschätzt. Zudem sind Kinder kleiner und werden folglich häufiger übersehen.

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Erwachsene müssen darauf achten, dass sie sich nicht selbst vom Smartphone ablenken lassen, und so wieder Vorbilder sein können.

Holger Till, „Große schützen Kleine“

Ein ausschlaggebender Faktor beim Anstieg der Verletzten ist die Ablenkung: „Junge Mädchen und Burschen werden immer früher von Smartphones und Kopfhörern abgelenkt und konzentrieren sich nicht auf den Verkehr“, weiß Holger Till, Vorstand der Kinder- und Jugendchirurgie am LKH Graz und Präsident von „Große schützen Kleine“.

Erwachsene müssen Vorbilder sein
Aber auch E-Scooter spielen in der Statistik eine immer größere Rolle: „Sie sind vor allem bei Kindern ab zehn Jahren oft der Grund für Unfälle im Straßenverkehr.“ Die Verlängerung der Helmpflicht bis zum 16. Lebensjahr begrüßt der Verein.

Überraschend: Immer öfter kommt es inzwischen wieder vor, dass Kinder im Auto falsch oder gar nicht gesichert sind. „Kinder sind oft nicht angeschnallt. Die richtige Sicherung in Fahrzeugen ist bei Weitem nicht mehr selbstverständlich“, bedauert der Experte.

„Große schützen Kleine“ appelliert vor allem an Erwachsene: „Wenn wir selbst wieder mehr Vorbild sind und das Handy im Verkehr wegpacken, dann sehen das auch die Kinder.“

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