Am Mittwoch startet mit dem Scooter-Konzert das erste Summer-Opening in Schladming, für das fast 30.000 Tickets verkauft wurden. Die warme Jahreszeit ist für den Tourismus dort mittlerweile so wichtig wie der Winter. Was man sich vom ersten Mega-Opening erwartet.
Heiß wird es sicher, wenn die deutsche Techno-Legende H. P. Baxxter „Hyper Hyper“ singt – auch, wenn der Wetterbericht aktuell noch zehn bis 15 Grad und wahrscheinlich Regen voraussagt. Etwa 7000 Gäste werden bei Scooter, dem Auftakt-Konzer des ersten Summer-Openings in Schladming, am Mittwochabend erwartet. Ab 17 Uhr wird sich der Bereich vor der Bühne bei der Talstation der Planai-Bergbahn langsam füllen, um 20 Uhr geht es los.
„Wir setzen mit dem Summer-Opening bewusst ein Zeichen“, sagt Andreas Keinprecht, Vorsitzender des Tourismusverbandes Schladming-Dachstein. Ein Zeichen nämlich, das sich in den Nächtigungszahlen – insgesamt sind es mehr als vier Millionen im Jahr – bereits abzeichnet: Dass der Sommer im steirischen Ski-Mekka mittlerweile genauso wichtig ist wie der Winter. 50.000 Zuschauer kamen zu den drei Backstreet-Boys-Konzerten im Dezember. Nun werden es bei fünf Konzerten mehr als 30.000 sein. „Die warme Jahreszeit gewinnt immer mehr an Bedeutung, weil die Leute gemäßigte Temperaturen suchen“, erklärt Keinprecht. „Die Natur, die Nähe zu den Bergen und den wilden Wassern – das zieht an.“
Einlass jeweils um 17 Uhr.
Die Gäste kommen von weither in die Steiermark
Die Konzertgäste beim Summer-Opening buchen eine oder zwei Shows und bleiben im Schnitt drei bis vier Tage in der Region, kann Keinprecht bestätigen. „Das steigert die Wertschöpfung.“ Vor allem im Kernbereich seien die Hotels so gut wie ausgebucht – etwa auch das neu eröffnete Fünf-Stern-Haus Nōa von Stephanie Walcher. „Wir sind sehr zufrieden, alle Tage sind gut gebucht.“
Und wer reist nun genau zum Summer-Opening an? Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Leutgeb Group, die der „Krone“ vorliegt: Fast 61% der Besucher sind weiblich. Im Durchschnitt sind sie 39 Jahre alt. Zu 69% reisen sie aus Österreich an, zu 19% aus Deutschland und zu 13% aus dem Rest Europas – vor allem Tschechien, Slowakei, Schweiz und Ungarn sind vertreten. Die durchschnittliche Anreise, die die Besucher auf sich nehmen, ist 249 Kilometer lang.
Herr Leutgeb, wie lief der Verkauf für das Summer-Opening in Schladming bisher?
Wir haben bis Ende der Woche etwa 29.500 Tickets verkauft. Ja, ich hätte mir mehr erwartet – aber der Iran-Krieg und die Inflationsängste haben uns keinen Gefallen getan. Bei Mode und Konzerten sparen die Leute am ehesten. Auch das Wetter soll nicht ideal werden. Aber trotzdem muss man das ganze Wochenende sehen, und das ist eine ordentliche Zahl an Gästen.
Welches Konzert verkauft sich am besten?
Roland Kaiser ist mit weit über 10.000 verkauften Tickets fast voll. Der Schlagersänger ist extrem beliebt und spielt nicht so oft Konzerte in Österreich. Rainhard Fendrich tourt hingegen gerade durch das Land. Beim Auftakt mit Scooter erwarten wir eine Menge von etwa 7000 Zuschauern.
Von Scooter bis Plácido Domingo – wieso fiel das Programm so bunt aus?
Das ist ja wie der Schöckl und der Himalaya. Die Idee war, so viele verschiedene Alters- und Zielgruppen anzusprechen wie möglich. Insgesamt soll mit dem Summer-Opening wie mit dem Pendant im Winter die Tourismusregion beworben werden.
Und wie sind die Rückmeldungen aus der Branche?
Ich habe nichts Schlechtes von den Hoteliers gehört. Die Stadt ist gut gebucht am kommenden Wochenende.
Ist Schladming ein guter Ort für derartige Konzerte?
Natürlich, Schladming eignet sich dafür gut. Aber es ist klarerweise ein anderer Aufwand für die Besucher, hierherzukommen, als in eine Großstadt. Es sind keine klassischen Tagesgäste. Die Idee ist ja, dass die Leute hier urlauben und das Konzert mit Radfahren oder Wandern verbinden.
Wie viele Menschen sind an den Konzerten beteiligt?
Um die 600, wenn man Sicherheitspersonal, Crew und Gastronomie zusammenzählt.
Rechnen Sie noch mit viel Andrang an den Abendkassen?
Ja, ich rechne wetterabhängig noch mit einigen Abendgästen – vor allem dann, wenn es doch noch schöner ausfallen sollte als jetzt angekündigt.
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