NEOS haben Zweifel

Kann eine Eishalle im Sommer klimafreundlich sein?

Steiermark
31.05.2026 18:00

In Graz gibt es heuer erstmals auch im Sommer einen Eishallen-Betrieb. Laut den Verantwortlichen sei das klimaschonender und günstiger als das jährliche Abtauen und Eineisen. Die NEOS haben weiter Zweifel und fordern konkrete Daten. 

Vor sechs Jahren wurde die Eishalle B in Graz eröffnet, heuer gibt es erstmals auch einen Betrieb im Sommer. Da die Halle mit einer Kältebrücke ausgestattet ist, muss sie – im Gegensatz zur Eishalle A – nicht zumindest einmal im Jahr abgetaut werden. 

Die NEOS sind angesichts der ersten Hitzewelle des Jahres und der städtischen Budgetnöte skeptisch und haben eine Anfrage an Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) eingebracht. Diese verweist in ihren Antworten auf die zuständige Stadionverwaltung. Demnach sei ein Ganzjahresbetrieb sogar energieeffizienter als das jährliche Abtauen und später wieder Eineisen. Diese Tätigkeiten würden nämlich einen „immensen Energieaufwand“ verursachen. 

Philipp Pointner beim Wahlkampfauftakt der Grazer NEOS.
Philipp Pointner beim Wahlkampfauftakt der Grazer NEOS.(Bild: Neos Steiermark)

Es würden durch den Ganzjahresbetrieb auch keine zusätzlichen Kosten anfallen, im Gegenteil: Man erspare sich sogar etwas. Zugleich könne man durch die Vermietung in den warmen Monaten Mehreinnahmen generieren. „Die Buchungslage ist bereits ausgezeichnet“, heißt es in den Antworten von Kahr. 

NEOS bohren weiter nach
NEOS-Spitzenkandidat Philipp Pointner bleibt skeptisch und kündigt eine Folgeanfrage an: „Wir wollen schwarz auf weiß wissen, wie hoch der tatsächliche Energieaufwand mit und ohne Sommerbetrieb ist und ob die versprochenen Mehreinnahmen die zusätzlichen Kosten tatsächlich decken.“ Und falls die Sache wirklich finanziell so lukrativ sei – warum hat man es bisher nicht gemacht?

Generell sieht Pointner einen Widerspruch zur Klimaschutzpolitik der Stadt: „Im Klimaschutzleitbild ist viel von Vorbildwirkung und Bewusstseinsbildung die Rede. Ob ein Sommerbetrieb einer Eishalle bei mehr als 30 Grad diesem Anspruch gerecht wird?“ Vielmehr solle die Stadt an modernen Lösungen wie Fernkälte, etwa für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, arbeiten.  

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