Trotz Kreml-Dementis
Separatisten bestätigen russische Militärhilfe
Sachartschenko, Regierungschef der selbsternannten "Volksrepublik Donezk", verkündete die "guten Neuigkeiten" vor den Parlamentsmitgliedern der "Volksrepublik". Der Separatistenführer sprach von 150 Stück militärischem Gerät, darunter 30 Panzer. Die 1.200 Kämpfer hätten demnach ein viermonatiges Training in Russland absolviert. Für die Öffentlichkeit war die Rede offensichtlich nicht bestimmt, trotzdem tauchte sie per Video auf YouTube auf.
Aussagen gegenüber TV-Sender relativiert
Draufhin ruderte Sachartschenko zurück und erklärte einem russischen Fernsehsender gegenüber nur mehr, dass man zahlreiches Militärgerät von ukrainischer Seite erbeutet habe. Zudem würden lediglich russische Freiwillige, nicht jedoch Soldaten, auf der Seite der Separatisten gegen die ukrainische Armee kämpfen.
Auch Ausländer aus EU-Staaten unter Kämpfern
Eine am Samstag veröffentlichte Länderumfrage der deutschen Nachrichtenagentur dpa ergab überdies, dass vereinzelt auch Ausländer aus EU-Ländern in den Reihen der prorussischen Separatisten aktiv sind. Sie kommen demnach überwiegend aus dem rechtsradikalen und nationalistischen Spektrum und stammen etwa aus Polen, Tschechien, Bulgarien, Lettland und Serbien.
Hochrangiges Außenminister-Treffen in Berlin
Vor einem Treffen der Außenminister der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschlands am Sonntag in Berlin forderte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut auf, dem Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze in die Ukraine ein Ende zu setzen. Auch die USA teilten mit, Moskau müsse seine "extrem gefährlichen und provokativen" Versuche zur Destabilisierung der Ukraine unterlassen.
Bei dem Treffen soll über Auswege aus dem Konflikt und über humanitäre Hilfe für die Menschen im umkämpften Gebiet gesprochen werden. Aus dem Außenamt in Kiew verlautete, es werde auch um die Perspektive für einen weiteren Dialog gehen, möglicherweise auch auf höchstem Niveau. Russische Medien berichteten, es gebe Vorbereitungen für ein Gespräch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit seinem Widersacher Putin.
Weiterhin heftige Gefechte in der Ostukraine
In der Ostukraine berichteten indes das Militär und die moskautreuen Aufständischen erneut von heftigen Gefechten mit mehreren Toten. Die Lage der Menschen im Krisengebiet verschlechtert sich nach Angaben der örtlichen Behörden zusehends. Die mehr als 200.000 Einwohner von Lugansk etwa sind seit zwei Wochen ohne Strom und Wasser, in Donezk sind über 40.000 Einwohner ohne Strom.
Einigung zu russischem Hilfskonvoi erzielt
Russland und die Ukraine einigten sich am Samstag jedoch zumindest darauf, wie es mit dem russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine weitergehen soll. Der Verantwortliche für das Internationale Komiteee vom Roten Kreuz, Pascal Cuttat, sagte, beide Regierungen hätten eine Einigung über die Inspektion des Konvois erzielt. Kiew müsse noch grünes Licht für den Grenzübertritt geben, und das Rote Kreuz warte auf "Sicherheitsgarantien" für den Transport der Hilfsgüter auf ukrainischem Territorium.
Die etwa 280 Lastwagen, die nach Moskaus Angaben mit rund 1.800 Tonnen Hilfsgütern beladen sind, standen am Samstag noch immer 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze in der Ortschaft Kamensk-Schachtinski. Seit Donnerstag hatte sich der Konvoi damit keinen Zentimeter weiterbewegt. Kiew befürchtet, dass Russland in dem Konvoi Waffen für die Separatisten schmuggeln könnte und bestand deshalb auf einer Inspektion der Ladung.
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