KNALL IM UNTERHAUS

Liga-Beben erschüttert Süden: „Geht mir nicht ein“

Fußball Unterhaus
29.05.2026 05:30
Porträt von Tobias Frank
Von Tobias Frank

Nein zur Klassenzusammenlegung in der Gruppe Süd! Stattdessen wird ab der Saison 2027/28 auf ein Vierliga-System gesetzt. Zum Unmut und Unverständnis vieler Vereinsverantwortlichen...

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Alle Klubs jammern nur, anstatt zu handeln, geht es in die umgekehrte Richtung. Viele Vereine sind ohnehin schon am Limit und wollen jetzt mehr Leistungsdruck.

Sektionsleiter des UFC Oberschützen Gerhard Wolfger.

Die Ereignisse überschlagen sich fast schon! In Strem fiel am Mittwochabend eine Entscheidung, deren Knall fast bis zum Neusiedler See nachhallte. Die geplante Klassenzusammenlegung wurde abgelehnt. Stattdessen bekommt der Süden ab 2027/28 ein neues Ligasystem mit vier Leistungsstufen. Aus der 2. Liga wird die Oberliga, darunter folgen Unterliga, 1. Klasse und 2. Klasse.

Weniger Regionalität
„Es gab sehr viel positives Feedback. Aber man wird es nie jedem recht machen können“, sagt Initiator der Reform Alexander Takacs, Obmann des UFC Siget. Für ihn steht fest: So wie ursprünglich vorgesehen, wäre das Konzept nicht aufgegangen. „Mit etwas Pech wäre die Saison nach wenigen Runden entschieden. Für was spielen wir dann überhaupt noch?“ Genau dort soll die neue Reform ansetzen. Mehr Spannung im Wettbewerb und nicht immer dieselben Gegner. Der Preis: weniger Regionalität. Im neuen Vierstufen-System wird nicht wie geplant nach Bezirken getrennt. Die Vereine entschieden sich bewusst gegen die regionale – und für eine sportliche Lösung.

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Ich konnte das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Anscheinend sind viele Klubs so gut aufgestellt, dass sie sich lieber auf das Sportliche konzentrieren.

Ex-Obmann der Gruppe Süd Florian Jud

Rücktritt während Sitzung
Doch damit nicht genug. Noch während der Sitzung kam es zum nächsten Paukenschlag. Gruppenobmann Florian Jud – großer Befürworter der regionalen Reform – trat überraschend zurück. „Ich konnte das nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren“, begründet er seinen Schritt. „Anscheinend sind viele Klubs so gut aufgestellt, dass sie sich lieber auf das Sportliche konzentrieren wollen, anstatt andere Vereine am Leben zu halten.“

Der Ärger ist riesig
Auch in Oberschützen sorgte die Entscheidung für Ärger. „Alle Klubs jammern nur, aber anstatt zu handeln, geht es jetzt in die umgekehrte Richtung“, zeigt sich Sektionsleiter Gerhard Wolfger aufgebracht. „Das geht mir nicht ein! Viele Vereine sind ohnehin schon am Limit mit Spielern und Legionären – und jetzt wollen wir noch mehr Leistungsdruck?“

Auch BFV-Präsident äußerte sich zu der Reform-Thematik.
Auch BFV-Präsident äußerte sich zu der Reform-Thematik.(Bild: GEPA)

„Werden genau das umsetzen“
Selbst beim Verband zeigte man sich überrascht, dass die Vereine dieses Modell derart klar forcieren. BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer akzeptiert die Entscheidung dennoch. „Die Vereine haben selbst entschieden, wie sie es haben wollen. Wir werden genau das umsetzen.“

Fix ist jedenfalls: Das ohnehin hitzige Reformthema hat mit dieser Entscheidung noch einmal ordentlich Öl ins Feuer bekommen. Die Diskussionen im heimischen Unterhaus dürften damit erst richtig begonnen haben...

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