Heute startet auf ZDF Neo (21.45 Uhr) die zweite Staffel der intensiven Hebammenserie „Push“, in der das Thema Geburt ungeschönt von allen Seiten detailliert beleuchtet wird. Die Wienerin Mariam Hage spielt eine Hauptrolle und gibt uns im großen „Krone“-Talk nähere Einblicke.
„Krone“: Mariam, „Push“ gehört zu den realistischsten und interessantesten Serien rund um das beliebte TV-Thema Krankenhaus. War es erwartbar, dass nach dem Erfolg der ersten Staffel weitergedreht wird?
Mariam Hage: Wir haben es nicht gewusst, aber alle darauf gehofft und gewünscht, dass es weitergeht. Die Serie hat sein Publikum gefunden, was auch zeigt, dass der Bedarf nach dem Thema Hebammen im Fernsehen extrem groß ist. Ich hatte nach der ersten Staffel ein paar Interviews und in den Kommentarspalten von Medien haben sich Frauen vor allem über ihre Geburtserfahrungen ausgetauscht. Das ist genau das, was wir erreichen wollten. Einen Raum anzubieten, wo sich die Leute sicher fühlen, gesehen fühlen und über ihre eigenen Erfahrungen reden können.
Man stellt sich unweigerlich die Frage, warum es überhaupt so lange gedauert hat, bis eine Serie das Themenfeld Geburt so explizit aufs Parkett bringt, nachdem es doch fast den Großteil der Menschen betrifft …
Es ist ein Thema, das uns alle betrifft – entweder als Geborene oder vielleicht später als Gebärdende. Unsere Gesellschaft beginnt damit, dass wir auf die Welt kommen. Man spürt auch, wie viele Themen rund um die Geburt Frauen still in sich tragen. Weshalb? Es gibt viel zu viele Tabus und Scham.
Warum ist das Thema Geburt überhaupt ein Tabuthema? Das wirkt absurd.
Vielleicht, weil Geburt etwas sehr Menschliches sichtbar macht. Stärke, Schmerz, Verletzlichkeit und Leben zugleich, fern von der Objektifizierung und den ästhetischen Erwartungen, denen Frauenkörper oft ausgesetzt sind. Es gibt so viele Faktoren, die dazu geführt haben, dass in der Gesellschaft über dieses Thema so wenig geredet wird. Zum Glück haben wir uns aber weiterentwickelt und können Themen wie dieses verhandeln und sichtbar machen. Das ist immens wichtig.
Wir leben in einer Gesellschaft, die auf Makellosigkeit und Perfektion setzt. In „Push“ sieht man schmerzhafte Wehen, durchschnittene Nabelschnüre, die Plazenta, viel Blut. Halten wir die Realität nicht aus?
Im Film siehst du normal auch immer, dass die Frau bei der Geburt am Rücken liegt, dann wird gepresst, es gibt ein paar Schreie und das Kind ist da. Die Realität sieht aber ganz anders aus. In der Vorbereitung auf die Rolle habe ich viele Bücher zum Thema gelesen und mich mit vielen Hebammen getroffen, dazu auch den wirklich großartigen Podcast „Hebammensalon“ gehört. In der ersten Folge wird darüber gesprochen, wie nahe Geburt und Sex zueinanderstehen. Beides hat eine ähnliche Intimität. Sie erklären, dass Hormone wie Oxytocin oft leichter ausgeschüttet werden können, wenn Menschen sich sicher, entspannt und wohlfühlen. Deshalb kann eine warme, gemütliche Atmosphäre für viele Gebärdende angenehmer sein als die klassische Krankenhausumgebung mit grellem Licht und vielen Menschen im Raum. Natürlich hat im Krankenhaus alles seine Funktion und viele empfinden genau das auch als Sicherheit, aber ich finde diesen Gedanken trotzdem interessant und wichtig zum Mitdenken.
Deshalb zeigt „Push“ die Realität in allen Details?
Ja, uns ist es alle sehr wichtig, dass die Serie Geburt und die Tätigkeit der Hebammen möglichst real in den Mittelpunkt stellt und einen Raum dafür schafft. Der Beruf der Hebamme ist ein sehr alter. Die Frauen tragen extrem viel Generationswissen, aber ihre Tätigkeit wurde über die Jahre verstärkt in den Hintergrund gedrückt. Wie viele Kernberufe im Gesundheitssytem bekommen sie nicht genug Anerkennung.
Am Set in Berlin war eine echte Hebamme namens Christiane, die euch beim Dreh unterstützt hat. Wie war die Zusammenarbeit?
Sehr eng, weil es auch eine große Verantwortung und ein wichtiges Anliegen von uns Schauspielerinnen ist, echten Lebensrealitäten so nah wie möglich zu kommen, wenn wir sie erzählen. Diese Authentizität ist wichtig, damit sich Menschen, die in diesem Bereich arbeiten oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben, beim Zuschauen wirklich gesehen und ernst genommen fühlen. Genau das finde ich auch so schön an Film und Fernsehen, dass Menschen merken, dass sie mit ihren Sorgen, Erfahrungen oder Gefühlen nicht allein sind. Es ist letztlich egal, in welchem Berufsfeld man arbeitet oder welche Geschichte man mitbringt, dieses Wiedererkennen verbindet uns.Eine wichtige Aufgabe von Hebammen ist es auch zuzuhören. Keine Geburt ist gleich, und es gibt auch keine perfekte Geburt. Umso wichtiger ist es, auf die jeweilige Frau einzugehen, wahrzunehmen, was sie gerade braucht, und ihr diese Zeit so angenehm wie möglich zu machen.
Rein vom Fachlichen her wusstet ihr Darstellerinnen so gut wie alles aus der ersten Staffel. Gab es da noch Dinge, die ihr dazulernen konntet?
Das Feld der Geburt ist so groß, da kann man sein Wissen immer vertiefen. Es geht auch nicht nur um die Geburt an sich, sondern um alles ab dem Moment, wo die Befruchtung stattgefunden hat bis ins Wochenbett. Man kann da nie auslernen und es kommen immer neue Situationen auf uns zu. Es geht in der Serie ja auch um In-vitro-Fertilisation.
Genau, am Ende der dritten Folge.
Und neue Themen wie die Menopause oder weitere Arten von Geburten. Manchmal habe ich mir aber schon selbst eingebildet, dass wenn eine Frau jetzt wirklich neben mir gebären würde, ich helfen könnte. Ich weiß natürlich nicht, ob das wirklich gutgehen würde. (lacht)
Wie viel ist in „Push“ denn wirklich real? Manche im Team haben so eng mit Krankenhäusern zusammengearbeitet, dass sie wirklich bei Geburten dabei waren.
Ich habe in der Vorbereitung zwei Hebammen begleitet. Zuerst eine in Wien und dann Christiane in Berlin. Je nachdem, was unsere Rolle braucht, haben wir Darstellerinnen uns dann auf die Rolle vorbereitet und uns gut mit der Materie auseinandergesetzt.
Es geht in der zweiten Staffel von „Push“ auch um Wochenbettdepressionen, postnatale Probleme und unterschiedliche Möglichkeiten der Befruchtung, wie die angesprochene In-vitro-Fertilisation. War es nicht schwierig, all das in halbstündige Episoden zu packen?
Wichtig ist, nichts auf belehrende Art und Weise zu zeigen, sondern die Vielfalt von Geburten zu zeigen. Da müssen wir auch unserer großartigen Drehbuchautorin Luisa Hardenberg danken, die in kurzen Szenen unheimlich viele zwischenmenschliche Tonalitäten verpacken kann. In der ersten Staffel hatten wir sechs Folgen zu 45 Minuten, jetzt sind es zehn zu je 30 Minuten. Neben dem Formatwechsel gab es auch Erweiterungen im Hauptcast. Vor Luisa ziehe ich meinen imaginären Hut, sie hat „Push“ total gut im Griff.
Meiner Empfindung nach geht es in der zweiten Staffel noch mehr um das Medizinische als um die einzelnen Charaktere und ihre Schicksale, die schon in Staffel eins gut gezeichnet wurden. Siehst du das auch so?
Es geht vor allem mehr um die Hebammen, die im Spital arbeiten. Meine Rolle Nalan arbeitet ja selbstständig als Beleghebamme. Bei Nalan ist ja auch dieses Mal lustigerweise mehr das Private und ihr Beziehungsthema im Mittelpunkt, weshalb ich diesen Eindruck von dir gar nicht so teilen kann, weil es bei meiner Rolle genau anders ist. Bei manchen Charakteren kommt natürlich auch Privates zum Vorschein, in anderen Episoden wird auch das Thema Gewalt im Krankenhaus ausgeführt.
Das ist die fünfte Folge. Nichts für schwache Mägen.
Ja, die Folge ist heftig, aber wahnsinnig wichtig. Man sieht darin auch, wie schnell Überforderung und permanenter Druck im Gesundheitswesen Menschen an ihre Grenzen bringen können. Ich habe mit einer Freundin gesprochen, die in der Pflege arbeitet, wo oft unterbesetzt gearbeitet wird und die Belastung enorm ist. Wenn Menschen dauerhaft erschöpft und überarbeitet sind, passieren leider auch Fehler. Gerade deshalb ist es wichtig, solche Zustände sichtbar zu machen und darüber zu reden.
Es macht einen großen Unterschied, ob man im Krankenhaus einen Fehler macht oder im Bürojob …
Fehler sind menschlich, aber deshalb ist es wichtig, Menschen im Gesundheitswesen mehr Geld, mehr Anerkennung und mehr Unterstützung zu geben. Dort geht es wirklich um Leben und Tod – das sind systemrelevante Berufe und ich bin sehr froh darüber, die Möglichkeit zu haben, bei einem so wichtigen Projekt mitmachen zu dürfen, weil es mir am Herzen liegt. Wenn ich meine Lebenszeit, meinen Körper und meine Emotionen einem so wichtigen Thema widmen kann, sage ich gerne ja.
Der Handlungsstrang deiner Nalan ist insofern interessant, als dass sie selbst eine Fehlgeburt erleidet und als Hebamme weiterhin Geburtshelferin ist. Das ist eine mentale Ausnahmesituation, die man sich kaum vorstellen kann.
Das macht natürlich auch was mit ihr. Fast jeder Mensch kommt irgendwann an den Punkt, wo er genau mit dem Schmerz in seinem Berufsalltag konfrontiert wird, den er privat erleidet. Das ist keine Einzelerfahrung. Die Hebamme aus Wien hat genau diese Erfahrung durchlebt und das ist ein weiteres Zeichen dafür, das keiner von uns im Vakuum einer Geschichte lebt. Ich finde es auch spannend in einer Rolle zu erforschen, was es mit einem Menschen macht, der andauernd mit Enttäuschungen konfrontiert wird. Wie verändert einen das und wie verhält man sich dadurch abseits seiner eigenen Werte. Am Anfang der ersten Staffel schätzte ich sehr, dass Nalan ein tief empathischer, sanfter und liebevoller Mensch ist. Es ist dann spannend zu sehen, wie eine solche Person sich durch Erfahrungen in andere Richtungen entwickeln könnte. Es ist gut, dem einen Raum zu geben.
So ein Schicksal verändert auch die Dynamik jeder Beziehung für immer. Im Falle von Nalan ist es so, dass der Freund gar nicht darüber reden will.
Wir treffen mit unseren Ängsten aufeinander und dann entstehen Konflikte. Man sagt Dinge, die schmerzhaft sind und kann sich in der Emotion nicht richtig ausdrücken. Man bekommt auch nicht gelernt, wie man mit seinen emotionalen Wunden umgehen kann. Wenn du eine körperliche Verletzung hast, weißt du genau, was zu tun ist. Ein Pflaster oder ein Gips und gut ist es – und gesellschaftlich anerkannt. Aber für die emotionalen Wunden gibt es keine klassische Heilung. Wir sind als Menschen sehr verletzliche Wesen und müssen das anerkennen. Hebammen begleiten Frauen in einem so verletzlichen Zustand, in der sie komplett ausgeliefert sind. Wir sind als Menschen nie wirklich autonom und daran müssen wir uns immer erinnern. Wir brauchen einander und wenn wir lernen, uns um uns zu kümmern, passiert etwas Essenzielles in der Gesellschaft.
Die schlechte Bezahlung für so gut wie alle wirklich wichtigen Berufe im humanen Sektor sind sowieso ein einziges Kapitel für sich.
Das sind Trägerinnen und Träger unserer Gesellschaft! Ich verstehe das alles wirklich nicht, weil ich so dermaßen viel Respekt für diese Menschen habe. Es ist für Leute in diesem Beruf so ermüdend und erschöpfend, wenn man schlecht entlohnt wird und auch noch schlecht mit einem umgegangen wird, obwohl man alles gibt. Das ist entmutigend und unheimlich traurig. Wenn ein Mensch Lebenszeit dafür opfert, um anderen zu helfen, gehört das gefeiert und entlohnt.
Hat sich der Beruf der Hebamme für dich über die letzten Jahre komplett verändert?
Absolut, denn davor habe ich mich wenig mit dem Thema beschäftigt. Ich hatte schon immer großen Respekt vor Müttern und Menschen in systemrelevanten Jobs, auch (aber nicht nur), weil meine Eltern in solchen arbeiten. Ich musste mich selbst an der Nase nehmen und habe gelernt, wie wenig Allgemeinwissen wir zum Thema Geburt haben. Durch die Serie habe ich erst gemerkt, wie wenig wir gesellschaftlich eigentlich über Geburt, Frauengesundheit und das Wochenbett sprechen. In der Schule wurde das bei uns eher nur kurz angeschnitten, vielleicht hat sich das mittlerweile geändert, wichtig warads.
Hast du jetzt einen anderen Blick auf Hebammen? Kannst du ihre Arbeit anders einschätzen?
Es ist so etwas wahnsinnig Mächtiges. Mich wundert ja, dass wir nicht jeder Frau mit Kind auf der Straße applaudieren, weil es immer wieder aufs Neue ein Wunder ist. Es ist unglaublich, was der weibliche Körper in dieser Phase seines Lebens schafft und je mehr ich darüber lerne, umso mehr Respekt habe ich.
Die Grundcharaktere sind geblieben und man kennt sich am Set auch untereinander besser. War es somit viel leichter, diese zweite Staffel zu drehen im Vergleich zur ersten?
Je besser man sich kennt, desto leichter kann man sich auch fallen lassen. Ich habe großes Vertrauen in meine Kollegen und Kolleginnen und bewundere sie sehr. Wir haben uns auch öfter mal privat getroffen und uns immer unterstützt. Eine sehr schöne Erfahrung. Es ist auch schön, dass wir so etwas Wichtiges erzählen können. Bei „Push“ geht es um Empathie und um das Hineinversetzen in andere Lebensrealitäten. Genau das liebe ich an meinen Beruf. In andere Menschen zu schlüpfen und zu erfahren, wie sie sind und was sie machen. Ich bin so wahnsinnig neugierig, ich will auch immer überall reinschauen und alles wissen.
Du hast die systemrelevanten Berufe bei deinen Eltern angesprochen – kommt daher auch deine persönliche Empathie?
Nein, nicht nur dadurch, aber natürlich prägt einen das. Meine Mutter ist Hausbesorgerin, und dadurch habe ich früh gesehen, wie wichtig viele Arbeiten sind, die gesellschaftlich oft übersehen werden. Auch im Krankenhaus ist Sauberkeit die Basis dafür, dass alles funktionieren kann. Viele Berufe, wie Putzen, passieren im Hintergrund und bekommen trotzdem viel zu wenig Anerkennung, obwohl ohne diese Menschen unser Alltag gar nicht möglich wäre. Ich wünsche mir einfach mehr Wertschätzung für Menschen in solchen systemrelevanten Berufen.
„Push“ zeigt auch sehr gut den immensen Stressfaktor, dem die Hebammen ausgesetzt sind. Man hat mit Menschen zu tun, die man selbst nicht kennt, die gestresst sind und Angst haben. Dann hat man es oft mit Unverständnis und toxischen Männerprofilen zu tun – doch auch die sind meist nur verunsichert. Eure Set-Hebamme Christiane muss da unzählige Geschichten auf Lager haben …
Je mehr du dich um andere Menschen kümmerst, umso mehr stärkst du dich selbst. Vor ein paar Jahren kam ein tolles Buch heraus, in dem es darum geht, dass Mutterinstinkt nichts Angeborenes, sondern etwas Kulturelles ist. Wir haben die Fähigkeit, uns um Dinge und Lebewesen zu kümmern, bis wir uns wie Mütter vorkommen. Ich glaube, dass der Hebammenberuf dieses Gefühl stärkt. Du musst eine ungeheure Stärke entwickeln, aber auch Ruhe haben und anderen Raum geben und das eigene Ego wegschieben. Die Männer in der Serie müssen auch lernen, dass sie plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt stehen, sondern der Frau den Raum geben müssen, den sie braucht. Deshalb ist man nicht weniger wert, sondern man gewinnt eigentlich dazu. Die Männer fühlen sich bei Geburten hilflos an und haben eigene Herausforderungen, mit denen sie sich beschäftigen müssen. Wir müssen alle miteinander was zum Thema beitragen.
Mariam, wo wird man dich in nächster Zeit abseits von „Push“ noch überall sehen?
Auf ORF on ist nach wie vor die zweite Staffel von „Die Fälle von Gerti B.“ zu sehen. Dann hatte ich im Wiener Gartenbaukino Premiere von Sebastian Brauneis‘ neuem Film „AMS – Arbeit muss sein“, das war ein großartiger Abend. Es ist auch ein Film, wo es sehr viel ums füreinander Dasein geht. Das sind sehr wichtige und aktuelle Themen in unserer Gesellschaft, die wir dringend brauchen.
Möchtest du auch irgendwann einmal „Tatort“-Kommissarin werden?
Solange ich die Möglichkeit habe, menschliche und wahrhaftige Charaktere zu erzählen, ist mir das Format dahinter ziemlich egal. Mich zieht es aber auch stark zum Arthouse-Kino. Filmschaffende wie Barbara Loden oder John Cassavetes inspirieren mich sehr und ich würde mich freuen, künftig mehr in diese Richtung arbeiten zu können.
Bist du derzeit zufrieden mit der Richtung, die du als Schauspielerin so allgemein einschlägst?
Ja, weil mir die Abwechslung am meisten Freude macht und die ist derzeit gegeben. Ich versuche, möglichst viele Facetten auszuleben, die in mir stecken. Neben Arthouse-Kino habe ich aber auch eine große Liebe für düstere Genrestoffe, von Vampirgeschichten bis zu klassischen Mafiafilmen. Hoffentlich ergibt sich irgendwann einmal so ein Projekt. „Good Fellas“ habe ich wahrscheinlich schon 10.000 Mal gesehen. Ich habe in meiner Familie mittlerweile sogar eine neue Weihnachtstradition eingeführt: Wir schauen immer alle drei Teile von „Der Pate“. Für mich gibt es kaum eine schönere Art, die Feiertage zu verbringen. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal, mein Grinsen wird da gleich so groß wie mein Gesicht. (lacht)
Spürst du die finanziellen Einschnitte, die es im Filmbusiness derzeit gibt?
Ein Leben ohne Existenzängste wünscht sich jede Person, aber dafür ist man hier wahrscheinlich im falschen Job. Jede Generation hat ihre Themen und Probleme. Ich versuche nicht in Missmut zu fallen und mich so gut wie möglich zu beschäftigen und zu handeln. Genauso wie alles schiefgehen kann, kann auch alles gut laufen. Das muss ich mir selbst jeden Tag sagen.
Und momentan läuft es doch sehr gut?
Ja, es läuft gerade richtig gut. Bei mir hat es aber sehr lange gedauert, bis ich in die Filmindustrie hineingekommen bin. Es war ein echter Kampf. Wenn man über längere Zeit mit Absagen und Unsicherheit lebt, gewöhnt man sich irgendwann fast an diese Angst und daran, sich selbst ständig zu hinterfragen. Irgendwann musste ich lernen, mich davon nicht mehr lähmen zu lassen. Klappt auch nicht jedes Mal natürlich. Ich rede auch gerne offen darüber, weil ich das wichtig finde. Ein von mir sehr geschätzter Uni-Professor, Dr. Stefan Zahlmann, hat ein tolles Buch über das Scheitern geschrieben. Er sagt, es wäre ehrlicher und spannender, wenn wir in Lebensläufen auch unsere Misserfolge erzählen würden. Gerade die Fehler, Unsicherheiten und Zwischentöne gehören doch zu einem Menschen dazu. Sie zeigen, wie jemand geworden ist, wer er ist. Und so ist halt das Leben.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.