Hamas unversöhnlich

Nahost-Waffenruhe vorbei: Gegenseitige Angriffe

Ausland
08.08.2014 12:04
Die radikalislamische Hamas hat eine Verlängerung der bis Freitag früh geltenden dreitägigen Feuerpause im Gazastreifen kurz vor Ablaufen der Frist abgelehnt. Damit haben die Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe einen herben Dämpfer erlitten. Bereits vor der Hamas-Hiobsbotschaft waren in der Nacht erneut Raketen in Israel eingeschlagen, Israel antwortete am Vormittag mit ersten Gegenangriffen.

Laut der israelischen Armee wurden zunächst zwei palästinensische Geschosse auf den Süden des Landes gefeuert. "Die Terroristen haben die Waffenruhe gebrochen", teilten die Streitkräfte auf Twitter mit. Wenig später flogen weitere Raketen in Richtung Israel - laut einer Armeesprecherin insgesamt mindestens 18. Eine davon sei über der Stadt Ashkelon abgefangen worden, weitere seien auf freiem Feld niedergegangen.

Daraufhin beschoss die israelische Armee nach eigenen Angaben mehrere "Terror-Ziele" im Gazastreifen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte eine "kraftvolle Reaktion" auf den erneuten Raketenbeschuss angeordnet. Die Streitkräfte seien angewiesen worden, hart auf den Bruch der Waffenruhe zu reagieren, erklärte ein Regierungsvertreter. Militärsprecher Peter Lerner nannte die erneuten Angriffe auf Israel "nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und kurzsichtig". Das israelische Militär werde die Hamas und ihre Infrastruktur weiterhin angreifen, "um die Sicherheit für Israel wiederherzustellen".

Zuvor hatte der bewaffnete Arm der Hamas damit gedroht, bei einem Scheitern der Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo die Angriffe auf Israel wieder aufzunehmen. "Wir rufen die palästinensische Delegation auf, keinen Waffenstillstand zu akzeptieren, falls die Forderungen unseres Volkes nicht erfüllt werden", sagte ein Sprecher der Ezzedin-al-Kassam-Brigaden in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung.

"Keine Verhandlungen unter Feuer"
Vorerst sind die Verhandlungen aber vonseiten Israels auf Eis gelegt worden. "Israel führt keine Verhandlungen unter Feuer", sagte ein israelischer Regierungsbeamter am Freitag. Israel fordert zudem als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Palästinensergebiets eine Entmilitarisierung und die Entwaffnung der militanten Organisationen.

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